Wildeshausen Der Landkreis Oldenburg wird weiterhin kräftig in seine Infrastruktur investieren. So soll das mehrjährige Sanierungsprogramm an den kreiseigenen Schulen – mit Ausnahme der Graf-Anton-Günther-Schule, den Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen und der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Wardenburg – im Jahr 2021 abgeschlossen sein, wie Landrat Carsten Harings ankündigte. Seit 2015 hat der Kreis rund 46 Millionen Euro in seine Schulen investiert. 2020 sind 8,75 Mio. Euro vorgesehen.

Gemeinsam mit dem Ersten Kreisrat Christian Wolf und den Dezernenten Eva-Maria Langfermann (Bauen) und Jürgen Ohlhoff (Soziales) zog der Landrat am Donnerstag eine Bilanz der Tätigkeit der Kreisverwaltung. Es galt, „vielen Ansprüchen gerecht zu werden“, so Harings. Er nannte exemplarisch die Vorbereitung auf das neue Bundesteilhabegesetz, das für Menschen mit Behinderungen viele Verbesserungen vorsieht. Weil die Vorgaben des Landes erst spät kamen, mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreishaus sehr lange und auch an den Wochenenden arbeiten, um eine Umsetzung zum 1. Januar möglich zu machen. Ohlhoff zufolge mussten 1600 Leistungsbescheide neu erstellt werden.

Schulden abbauen

Der Landkreis investiert kräftig in den Ausbau des Internets. Die erste Phase mit dem Bau von 108 sogenannten Kabelverzweigern für Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s sei abgeschlossen. Ende Januar 2020 erfolge der erste Spatenstich für die zweite Projektphase mit Glasfaser. Danach seien auch sämtliche Schulen im Kreisgebiet ans Glasfasernetz angeschlossen, kündigte Harings an. Die dritte Phase sei in Vorbereitung.

Gleichwohl wolle der Kreis den „Weg des konsequenten Schuldenabbaus“ fortsetzen. Ende 2020 soll der Schuldenstand bei 15,2 Mio. Euro liegen – und dann mit 700 000 Euro nur knapp über dem Niveau von 2009. Ausdrücklich hob Harings die gute Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Gemeinden hervor. So entlaste der Kreis die Kommunen nächstes Jahr bei den laufenden Kita-Kosten um 1,9 Mio. Euro. Das entspreche dem „Gegenwert“ von 1,5 Prozent des Kreisumlage-Hebesatzes.

Eine Lanze für die Ehrenamtlichen bei Feuerwehr und Rettungsdienst brach Kreisrat Wolf. Die Brandschützer bereiteten sich auf schwierige Situationen, etwa brennende Photovoltaikanlagen oder E-Autos, vor. Um die Verkehrssicherheit im Landkreis zu verbessern, werde Sicherheitstraining für junge wie ältere Fahrer angeboten.

Den Fokus auf den Umweltschutz lenkte Baudezernentin Langfermann. Leider nehme die Zahl der wilden Müllkippen zu. Für die Entsorgung kalkuliere der Kreis 50 000 Euro ein – fast doppelt so viel wie in diesem Jahr. Erfolgreich seien dagegen Aktionen wie die „Gelber-Sack-Challenge“ gewesen.

Nutrias eine Plage

Zu einer regelrechten Plage seien die Nutrias geworden, berichtete Langfermann. Weil die Biberratten Deichanlagen und Uferböschungen gefährden, unterstütze der Kreis die Jägerschaft, die die Tiere mit „Rohr-Wipp-Fallen“ fange. Diese würden, oft aus Unwissenheit, von Spaziergängern beschädigt und entfernt.

Auf die soziale Entwicklung im Landkreis Oldenburg ging Ohlhoff ein. Der Rückgang der Arbeitslosenquote auf 2,8 Prozent sei „super“. Gleichwohl unternähmen die Jobcenter immer größere Anstrengungen, um Langzeitarbeitslose auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Dabei gehe es um eine „ganzheitliche Betrachtung“. So werde beispielsweise bei alleinerziehenden Frauen versucht, auch einen Platz für die Kinderbetreuung zu bekommen.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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