Wildeshausen Es ist seit mehreren Jahren ein Thema am Beckenrand: Immer mehr Kinder können nicht schwimmen. Damit sie es aber lernen, müssen sie Kurse besuchen – doch dort sind die Kapazitäten zum Teil knapp. Das ergaben Gespräche in Wildeshausen mit der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) und dem Krandelbad.

„In unseren Gruppen schwimmen jeweils acht bis zehn Kinder. Wenn diese dann das Ziel erreicht haben, rücken sie in die nächsthöhere Gruppe auf und in der anderen wird aufgefüllt“, erklärt Henning Höffner, Leiter der Schwimmausbildung bei der DLRG, Ortsgruppe Wildeshausen. Es gebe Wartelisten. Die Wartezeit könne sich jedoch bis zu zwei Jahre hinziehen.

„Werden gut unterstützt“

Für Wildeshausen nennt Höffner einen bestimmten Grund, warum die Nachfrage in den Anfängerkursen so hoch ist: „Wir merken jetzt ganz stark, dass es etliche Jahre kein Schwimmbad gab, dadurch hat sich einiges massiv aufgestaut.“ Er möchte jedoch nicht auf die Stadt schimpfen: „Wir werden gut unterstützt, können momentan aber nicht mehr leisten.“ Ihm fällt zudem auf, dass das Schwimmenlernen bei vielen Kindern heutzutage länger dauert: „Die feinmotorischen Fähigkeiten sind weniger vorhanden, es fällt einigen deutlich schwerer, die Bewegung richtig umzusetzen.“

Eng wird es auch in den Kursen des Krandelbads: Wer sein Kind dort anmelden möchte, sollte schnell sein. „Wir bieten rund 20 Kurse für knapp 180 Teilnehmer an, die Auslastung ist gut“, sagt Badleiter Marcel Buller. Er führt bewusst keine Wartelisten, um den Menschen keine Hoffnung zu machen.

Der Anmeldestart für die Schwimmkurse ab dem kommenden Sommer steht noch nicht fest, da derzeit das Anmeldeverfahren geändert wird: „Wir wollen eine Online-Anmeldung einführen, wo die Interessenten bereits sehen können, wie viele Plätze noch frei sind“, erklärt Buller. Die Anmeldung im Schwimmbad oder per Telefon wird aber weiterhin möglich sein. Zudem soll es ab dem Frühjahr einen Baby-Schwimmkursus geben.

Die Voraussetzungen seien bei jedem Kind unterschiedlich: „Einige haben bereits Erfahrungen und sind im Wasser sehr sicher, andere kennen bisher nur die Badewanne zuhause“, berichtet Buller. Er rät den Eltern, schon vorab das Krandelbad zu besuchen, damit sich das Kind bereits im Bad auskennt und angstfrei zum Kursus geht. „Es ist gut, wenn bereits ein Bezug aufgebaut wurde.“

Keine Warteliste

Über überlaufene Kurse kann sich der Verein für Prävention, Therapie, Bewegung und Gesundheit nicht beklagen. Unter Federführung von Birgit Harde bietet er Pinguin- (für Kinder ab drei Jahre) und Seepferdchen-Kurse (ab vier Jahre) im Gesundheitszentrum Sanitas in Wildeshausen an. Die Anzahl der Plätze ist dort nicht in Stein gemeißelt. „Es gibt keine Wartelisten. Wir können im Grunde noch jeden aufnehmen“, sagt Vereinsmitglied Ilan Harde.

Um Kindern den Einstieg zu erleichtern, rät er den Eltern, mit den Kleinen am Babyschwimmen teilzunehmen – einen entsprechenden Kursus plant der Verein zurzeit. „Je später man mit dem Schwimmen anfängt, desto größer werden die Ängste.“

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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