Wildeshausen Wissenschaft und Jugendliche um die 18 Jahre passen nicht zusammen? Und ob, wie der Seminarfachabend am Gymnasium Wildeshausen am Dienstag zeigte. Präsentiert wurden in den Räumen der Schule die Ergebnisse von insgesamt 21 Facharbeiten, also erste wissenschaftliche Arbeiten der Schüler. „Insgesamt 120 Arbeiten wurden abgegeben, sechs Wochen haben wir daran gearbeitet“, erläuterten Jannis Hannekum und Philipp Roesener zu Beginn der insgesamt drei Vortragsblöcke.

Sherlock Holmes

Dass sich Jugendliche sehr wohl für die Wissenschaft interessieren, lag vor allem daran, dass sich die Schüler des jetzigen Jahrgangs 12 ihr Thema selbst aussuchen durften. So hatte sich Greta Wöbse in ihrer Arbeit mit der BBC-Serie Sherlock beschäftigt. Sie wollte wissen, wie real die Serie um den englischen Detektiv ist. Denn Holmes benutzt verschiedene Methoden zur Aufklärung seiner Fälle, die die 18-Jährige untersucht hat. „Wir waren für die Literatur an der Bremer Universität, ich habe auch andere Fachliteratur gelesen und im Internet gesucht“, erläuterte Wöbse, die in Prinzhöfte wohnt.

Die Arbeit mit wissenschaftlicher Literatur war für sie neu, ebenso war der große Anteil an Eigenarbeit – von der Themenfindung bis zur Gliederung – für die 18-Jährige Neuland. Und, kann es einen Super-Detektiv wie Sherlock auch im wahren Leben geben? „Die Methoden sind schon realistisch dargestellt und funktionieren auch immer. Um aber so zu arbeiten, braucht man schon einen großen Wissensumfang, die Serie ist also ein wenig übertrieben“, resümierte Wöbse.

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Sein Wissen erweitert hat auch Niklas Scholz dank seiner wissenschaftlichen Arbeit. Er verfasste sie im Bereich Sport und Natur und stellte sich die Frage: „Was ist Muskelkater?“. „Ich bin selbst sportlich und hatte dementsprechend auch schon Muskelkater“, erklärte der Schüler zu Beginn seines Vortrags im voll besetzten Klassenraum. Scholz hatte sich nicht nur auf die Fachliteratur gestützt, er führte auch eine Umfrage unter Schülern und Lehrern zu ihrem Sportverhalten sowie bereits erlebtem Muskelkater durch.

Bei seinen Nachforschungen fand der Gymnasiast heraus, dass der Muskelkater durch kleine Risse aufgrund von unkoordinierten Bewegungen und Überlastung entsteht. „Der Muskel muss sich regenerieren, aber der Kater bringt eine Stärkung und einen Lerneffekt mit sich“, so der Schüler.

Rat von Experten

Es seien keine bleibenden Schäden zu befürchten, er lasse sich jedoch nicht wirklich vermeiden. Und auch bei der Regeneration gebe es keine Wundermittel. „Auch Experten sagen, man soll nicht weiter trainieren, eine Mäßigung des Trainings ist auf jeden Fall angebracht“, so Scholz weiter.

Eingeladen zu den Vorträgen waren vor allem die Schüler des Jahrgangs, der als nächstes das Seminarfach belegt – also der jetzige Jahrgang 10, der wieder nach 13 Jahren Abitur macht. „Die Vorträge haben wir ja schon vor der Klasse gehalten, jetzt präsentieren wir für die jüngeren Schüler. So können wir auch auf Probleme hinweisen“, erläuterte Greta Wöbse.

Helfen konnten den Schülern die ausgelegten Facharbeiten, die den angehenden Seminarfachteilnehmern die Bandbreite der Themen zeigten. Ist das Hefeweizen wirklich ein Sportgetränk, wie wirken Nahrungsergänzungsmittel, welche Dimensionen hat Stress, ist das Theater in Deutschland vom Aussterben bedroht oder sollte „eSports“ als Sportart anerkannt werden?

Mit der Nachhaltigkeit von regionalen Faustball-Veranstaltungen hat sich Hauke Rykena in seiner Facharbeit befasst. „Als Grundlagenvortrag im Seminarfach hatte ich das Thema ’Umweltschäden durch Sportveranstaltungen’. Da ich selber Faustball spiele, habe ich versucht, diese beiden Aspekte zu verknüpfen“, so der 18-Jährige.

Er hat beobachtet, dass Nachhaltigkeit von den Vereinen eher zufällig umgesetzt wurde, weil es für ein richtiges Konzept – anders als bei der FIFA beispielsweise – an Mitteln fehle. Die Vereine, die der Neerstedter befragt hat, gaben aber an, dass ihnen Nachhaltigkeit am Herzen liege. „Ich persönlich empfand die Recherche als schwierig, die Themenfindung war dafür einfach. Ungewohnt war es für mich, mehrere Stunden an der Arbeit zu bleiben und weiter zu schreiben“, erinnerte sich der 18-Jährige. „Ich war froh, dass es vorbei war.“ Seinen Vortrag hingegen hat Rykena ganz locker genommen, wie er anschließend zugab.

Verschiedene Themen

Zwischen den jeweils 15-minütigen Vorträgen wurde der Film „Romeo und Juliet“ gezeigt, der ebenfalls im Seminarfach rund ums Theater entstand, wie Hannes Müller aus Harpstedt berichtete. Für Essen und Getränke sorgte der Abiturjahrgang. Insgesamt gab es fünf Themenbereiche für die Seminarfächer: Pop-Kultur, Film ab, Sport und Natur, Sprache macht Spaß sowie Rund ums Theater.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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