Wildeshausen Die Motivation zum Mitmachen ist unterschiedlich: „Mir ist der Kulturaustausch wichtig“, sagt Heleen Hoffrogge (14), die auch über einen einjährigen Auslandsaufenthalt nachdenkt. Von einer „großen Chance“, damit Europa wieder mehr zusammenrückt, spricht Mitschüler Niklas Henke (15). Gemeinsam mit etwa 30 Jugendlichen aus den 9. bis 11. Jahrgängen am Gymnasium Wildeshausen nehmen sie am Projekt „Footprints“ („Fußabdrücke“) teil. Beim ersten Treffen der Ar­beitsgemeinschaft (AG) am Samstag stehen Workshops zu den Themen Gymnasium und Wildeshausen sowie die Entwicklung eines Logos an.

Die Lehrerinnen Tanja Krönke und Antje Grützmacher haben das Projekt im Rahmen des europaweiten Förderprogramms Erasmus + initiiert und beantragt. „Das war sehr aufwendig“, wie Krönke erläutert. Beide Lehrerinnen haben sich über ein halbes Jahr hinweg vorbereitet und suchten Partnerschulen. Der Förderantrag umfasste knapp 100 Seiten. Nun arbeitet die Europa-AG des Gymnasiums im Rahmen des zweijährigen Erasmus-Programms mit Schulen in Warschau (Polen), Ariana Irpino (Kampanien, Italien) und Almada (Portugal) zusammen.

Das Projekt gilt als überaus anspruchsvoll. Großer Wert werde beispielsweise darauf gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler übers Internet in Englisch kommunizieren. „Dazu wird mit interaktiven Tools gearbeitet“, berichtet Krönke. Im Rahmen des „E-Twinning“ erstellen die Jugendlichen eine eigene Website, auf der die Arbeiten vorgestellt und beschrieben werden. Alle zwei Monate stehe ein neues Thema an.

Ausschlaggebend für die Wahl des Projektthemas „Footprints – Where have we come from? Where will we go?“ war den Lehrerinnen zufolge die derzeitige politische und gesellschaftliche Entwicklung Europas: Brexit, Arbeitsmigration, Immigration und Fremdenfeindlichkeit. Diese Tendenzen verunsicherten auch viele junge Menschen. „Erinnerungskultur“, „Arbeit“, „Essen und Ernährung, „Migration“ und „Identität“ seien nur einige Themen, anhand derer nun das gemeinsame kulturelle Erbe herausgearbeitet werden soll.

Beim ersten Treffen am Samstag arbeiteten die Jugendlichen schon eifrig am Thema. Ein Team entwarf erste Vorschläge für das gemeinsame Logo, das einen hohen Wiedererkennungswert haben soll. Eine Idee: die Flaggen der vier beteiligten Länder, angeordnet wie Windmühlenflügel. Der zweite Vorschlag: Flammen in den Farben der Länder. Fiete Beuke (15) zeichnete eifrig am Whiteboard. „Ich kann mir vorstellen, dass noch Rauchwolken in Form von Fußabdrücken dazu kommen“, erklärte Mitschülerin Diana Koop. Über das Logo werden alle Projektteilnehmer gemeinsam abstimmen.

Die Europa-AG trifft sich an einem Wochentag in der 7. und 8. Schulstunde sowie einmal pro Monat samstags. Die Zusammenarbeit mit den Partnerschulen findet aber nicht nur via Internet statt. Geplant sind auch Reisen in die Partnerländer, die von der EU finanziert werden. Bereits im November ist die Schule in Portugal das Ziel.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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