Wildeshausen /Ganderkesee Dieses Datum, so ist Gerd von Seggern überzeugt, sei nicht nur unter Historikern geläufig. Es habe sich in das Gedächtnis vieler Menschen vor allem in Frankreich und Großbritannien eingebrannt. Der 6. Juni 1944, das ist der „D-Day“, der Tag der Landung der Alliierten in der Normandie. Am Sonnabend, 2. September, 15 Uhr, wird von Seggern im Brennereimuseum in Wildeshausen, Wittekindstr. 2, mit einem historischen Vortrag mit Original-Filmsequenzen und in einer Ausstellung mit Original-Exponaten den D-Day und seine Auswirkungen beleuchten.

Was dem Ganderkeseer wichtig ist: Sein Beitrag werde in keiner Phase Kriegsverherrlichung sein. „Das Gegenteil ist der Fall.“ Von Seggern wird zunächst generelle Kriegsentwicklungen schildern, dann die Vorbereitung und Durchführung der Operation Neptune, also der Landung, beschreiben und schließlich auf das Schicksal von teilnehmenden Soldaten eingehen. In einer kurzen Pause werden die Ausstellung und Filmaufnahmen im Mittelpunkt stehen.

Seit 13 Jahren beschäftigt sich der Ganderkeseer mit der Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs und insbesondere mit der Landung, die nach Schätzungen allein an diesem 6. Juni etwa 10 000 Soldaten das Leben gekostet habe – und die, so ist von Seggern überzeugt, mit ausschlaggebend gewesen sei, das Hitler-Regime militärisch durch eine zweite Front in die Knie zu zwingen. Es handele sich um eine bis dahin „nie dagewesene militärische Aktion“, bei der ein Heer von Soldaten aus dem Wasser kam.

Zunächst hatte er vornehmlich Literatur zu dem Thema zusammengetragen. Später kamen weitere Exponate hinzu – darunter auch solche, die erst Jahre nach der Landung an den Strand gespült worden waren. Dazu stellt von Seggern Fotos (auch vom Grund des Meeres) sowie (nicht nutzbare) Nachbildungen von Waffen.

Die Landung hatte in mehreren Teilabschnitten stattgefunden, sowohl US-amerikanische und kanadische als auch britische Soldaten waren beteiligt. Die höchsten Verlustzahlen habe es im Abschnitt Omaha Beach gegeben, bedingt durch Widerstandsnester deutscher Soldaten. Die Alliierten seien davon ausgegangen, dass diese Stationen längst zerstört waren. Beteiligte, die das Gemetzel überlebten, hätten unter teils schweren psychischen Folgen gelitten.

Von Seggern will mit seinem Beitrag zum einen informieren, wie es möglich war, eine solche Aktion durchzuführen. Zum anderen will er „schonungslos aufklären, wie entsetzlich Krieg ist“. Er stamme aus einer Generation, die nach dem Krieg geboren ist. Diese Generation trage zwar keine Schuld, habe aber, was Aufklärung angeht, durchaus eine Verantwortung.

Vortrag und Ausstellung finden im zweiten Obergeschoss des Museums statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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