Wildeshausen „Schüler müssen auch heute noch für diese Themen sensibilisiert werden“, sagt Lehrerin Kerstin Timmen und meint damit die Verfolgung und Ermordung von Juden, Sinti und Roma im Zweiten Weltkrieg. Das Gedenken und die Erinnerung hatten im Zentrum eines Projektes an der Hauptschule Wildeshausen gestanden, das Timmen in ihrem Unterricht begleitet hat.

Entstanden war eine Ausstellung, die die Schüler zunächst in der Hauptschule zeigten. Eröffnet wurde sie am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, im Anschluss an eine Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof. Nun ist sie bis Mitte März auch im Stadthaus zu sehen.

Eindrücke vermitteln

Im Zuge des Projektes hatte der neunte Jahrgang die Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht. „Am erschreckendsten war für mich, die Massengräber zu sehen“, berichtet Dalgash Alsuleiman von seiner Erfahrung. Ihre Eindrücke zeigen er und seine Mitschüler in der Ausstellung mit Bildern und Berichten.

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Ein weiterer Schwerpunkt des neunten Jahrgangs war die Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten. „Mir war das sehr wichtig, da auf unsere Schule auch Sinti und Roma gehen“, erklärt Timmen.

Erinnern mit Kunst

Das Thema Verfolgung greifen die Schüler der 10b in ihrem Beitrag zur Ausstellung ebenfalls auf. „Wir sind immer in Zusammenarbeit mit Bodo Riethmüller“, berichtet Timmen. Von dem Beisitzer der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg stammt auch der Vorschlag der Auseinandersetzung mit dem jüdischen Künstler Felix Nussbaum. Im Kunstunterricht hatten die Schüler Gemälde des Malers kopiert, der im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben gekommen war. Mit ihrer Kunstlehrerin Andrea Theis hatten sie sich außerdem mit dem Leben des Künstlers und der Bedeutung seiner Bilder auseinandergesetzt. In vielen davon geht es um Verfolgung, Einsamkeit und Unfreiheit, berichten die Schüler.

Bilder von Felix Nussbaum im Stadthaus

Die Ausstellung ist bis Freitag, 13. März, im Foyer des Stadthauses, Am Markt 1, zu sehen.

Das Stadthaus ist von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 9 und 12.30 für Besucher geöffnet.

Donnerstags gibt es zusätzlich von 14 bis 18 Uhr die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen.

„Auch heute werden noch überall Menschen verfolgt“, sagt Anwar Zeblo. Was sie und ihre Mitschüler in der Ausstellung vermitteln wollen, sollte deshalb unbedingt auch auf die heutige Zeit übertragen werden, findet die 18-Jährige. „Es kann doch nicht sein, dass Menschen immer noch verfolgt werden“, meint auch Timmen. Was damals passiert ist, darf nicht vergessen werden, da sind sie und ihre Schüler sich einig. Dass die Ausstellung nun außerhalb der Schule gezeigt wird, begrüßt Timmen sehr: „So ist sie auch für eine breite Masse zugänglich.“

Auch über die Schule hinaus stießen Engagement und Leistungen der Schüler auf große Anerkennung. Schon am Eröffnungstag stand fest, dass die Ausstellung der Schülerinnen und Schüler auch im Stadthaus zu sehen sein sollte, berichtet Timmen. Viel Lob gab es auch von Riethmüller. Das Gedenken mit der Veranstaltung auf dem jüdischen Friedhof in Wildeshausen und der anschließenden Ausstellung in der Hauptschule ist seiner Meinung nach in Niedersachsen einmalig.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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