Wildeshausen Die „Patenschaft Kembisa“ war fast drei Jahrzehnte ein fester Begriff in Wildeshausen. Das Ehepaar Annegret und Leo Kurth engagierte sich mit vielen Schülerinnen und Schülern für Kinder im afrikanischen Kongo. Jahrelang erschien immer zu Weihnachten ein „Wildeshausen-Kalender“, dessen Erlös der Patenschaft Kembisa zugute kam. Ansprechpartner in Afrika war Pater Benno Friedrich aus dem Augustinerorden. Nun wurde Pater Benno, der sich stets als „Helfer auf Zeit“ verstand, in den Ruhestand verabschiedet.

Leo Kurth kennt Pater Benno seit der gemeinsamen Gymnasialzeit von 1953 bis 1962. Die Wildeshauser besuchten ihn schon im Kloster Germershausen (Eichsfeld), bevor er 1978 seine Missionstätigkeit aufnahm. 28 Jahre lang war er für die Augustiner im Nordosten des Kongo tätig. Die Kurths nahmen Kontakt zu ihm auf und gründeten die „Patenschaft Kembisa“. „Ein bescheidenes Unterstützungsprojekt“, wie Leo Kurth sagt. „Briefe wurden ausgetauscht, und wir bekamen immer wieder ,Post aus dem Busch’, auch ganze Diaserien, die uns das Leben in einem der ärmsten Länder Afrikas verdeutlichten.“

Wildeshausen erfuhr besonders in der Vorweihnachtszeit von den Aktivitäten der „Patenschaft Kembisa“: Insgesamt 25 Wildeshausen-Kalender klebten die Schülerinnen und Schüler für die Afrika-Aktion, teilweise mit 200 Stück pro Auflage. Die Kalender wurden über die heimischen Buchhandlungen, auf dem Weihnachtsmarkt oder privat vertrieben. Hinzu kamen Einsteck-Karten mit Infos über Wildeshausen.

Im März 2006 kehrte Pater Benno endgültig nach Deutschland zurück. Kurth: „Wenn auch die wirtschaftlichen Verhältnisse im Kongo wegen des Krieges immer schlimmer geworden sind: Die afrikanischen Augustiner können inzwischen immer mehr selber die Aufgaben übernehmen.“ Zunehmend treten junge kongolesische Augustiner an die Stelle der ehemaligen belgischen und deutschen Augustiner, haben die Kurths erfahren. Pater Benno, der heute in Berlin lebt, sei immer noch eng mit seinen kongolesischen Mitbrüdern verbunden, indem er beispielsweise viele Texte aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt.

Nach 155 Jahren haben sich die Augustiner aus dem Eichsfeld zurückgezogen. Der Provinzial (Vorsteher) der deutschen Augustiner-Provinz hielt mit seinen Mitbrüdern am 22. November in der Wallfahrtskirche Germershausen den Abschiedsgottesdienst. Auch die Wildeshauser waren dabei. Bei dieser Gelegenheit kamen Annegret und Leo Kurth ins Gespräch mit Bruder Peter Reinl, zuständig für die Finanzen des Augustinus-Missionswerkes in Würzburg. Dabei erfuhren die Kurths viel über die Perspektivlosigkeit der Menschen in dem von Krieg, Ausbeutung und Armut gebeutelten Kongo. Das Missionswerk der Augustiner sorge weiterhin dafür, dass die Hilfe direkt bei den Menschen vor Ort ankommt und „nicht in dunklen Kanälen“ versickert. Familie Kurth hat sich daher entschlossen, weiterhin Spenden für die Menschen im Kongo zu sammeln.  Wer helfen möchte, spendet mit dem Stichwort „Kembisa“ auf das Konto: IBAN: DE20 7509 0300 0103 0151 22 (BIC: GENODEF-1M05).

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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