Wildeshausen Jorik, neun Jahre alt, lernt Plattdeutsch, um sich mit seinen Großeltern unterhalten zu können. Seine Mitschülerin Leana hat bei ihrem großen Bruder gesehen, wie viel Freude die Sprache bereitet. Da wollte sie nicht nachstehen und lernt ebenfalls, „up Platt“ zu sprechen. Fünf Kinder der Jahrgänge 3 und 4 an der Wallschule in Wildeshausen nehmen jeweils mittwochs, alle 14 Tage, an der Plattdeutsch-AG von Gunda Häger teil. Und das Besondere: Die 57-jährige Krankenschwester und Heilpädagogin ist über die Freiwilligenagentur „Misch mit“ an ihr Ehrenamt gekommen.

Sie verbinde „das Angenehme mit dem Nützlichen“, sagt die Wildeshauserin. Das Plattdeutsche sei „eine großartige Sprache“, mit der man sich herrlich verständigen könne. Selbst wenn es einmal um fiese Dinge gehe, komme das immer noch herzlich rüber. Häger, die in Immer (Gemeinde Ganderkesee) aufgewachsen ist, hat als Kind zugehört, wenn sich ihre Großeltern „up Platt“ verständigten. Heute spricht Häger, die hauptberuflich für die Oldenburger Erziehungsstellen arbeitet, unter anderem mit ihrem Schwiegervater Heinz-Peter Häger Niederdeutsch. Sie fände es schade, wenn die Sprache im Alltag „versickern“ würde.

Häger hatte ein „Stellenangebot“ der Freiwilligenagentur in der Zeitung gelesen und sich beworben. Seit August 2017 leitet sie ehrenamtlich die Plattdeutsch-AG an der Schule. Die Schülerinnen und Schüler lernen Vokabeln, spielen Memory oder lesen auch schon einmal plattdeutsche Gedichte vor. Material hat sie sich unter anderem von der Ostfriesischen Landschaft besorgt. Noten oder Hausaufgaben gibt es nicht. Der Spaß stehe im Vordergrund. „Wer verlässlich bis 20 zählen kann, darf zum Spielen nach draußen“, verrät Häger. Die Kinder sind begeistert: „Ich wusste gar nicht, dass Plattdeutsch so einfach ist“, meint Saswan (9).

Auch Schulleiterin Roswitha Remmert und Thorben Kienert von „Misch mit“ sind begeistert. Die Wallschule sei seit Gründung der Freiwilligenagentur dabei und auch Mitglied im Trägerverein. So wurden auch schon ehrenamtliche Paten für den Bereich der Leseförderung oder fürs Schachspiel an die Schule vermittelt, erklärt Remmert.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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