Wildeshausen /Dötlingen Klaus Benthe hat am Dienstagmorgen einen Blick über das Heidefeld an der Glaner Braut geworfen. „Die Fläche ist stark bewachsen, deshalb sind hier zwei Gruppen gerade im Einsatz“, sagte der Förster. Gemeint waren damit zwei Gruppen einer achten Klasse der IGS Oyten: Sie entkusseln zurzeit die Fläche nahe der Glaner Straße in Wildeshausen. Mit Arbeitshandschuhen ausgestattet befreiten die Jugendlichen den Boden von Gehölzen. Organisiert vom Waldpädagogikzentrum (WPZ) Ahlhorn, bei dem Benthe als Einsatzleiter tätig ist, übernehmen für zwei Wochen die Schüler verschiedene Aufgaben. „Jeden zweiten Tag wird die Arbeit gewechselt“, erklärt Benthe.

Am besten ist Nichtstun

Die Großsteingräber der Glaner Braut gehören zur „Straße der Megalithkultur“. Was muss noch getan werden, um ein solches Naturdenkmal zu erhalten? „Archäologische Denkmäler erhält man am besten, indem man nichts macht“, sagt Dr. Jana Esther Fries, Referatsleiterin des Niedersächsisches Landesamts für Denkmalpflege am Stützpunkt Oldenburg. Mit einer Ausnahme: Es sollten keine großen Bäume in der Nähe wachsen. Die blühende Heide rund herum sollte aus Naturschutzgründen ebenfalls erhalten bleiben.

Wenn es die Zeit zulasse, schauen Fries und ihre Mitarbeiter bei den Bodendenkmälern im Landkreis Oldenburg nach dem Rechten, aber auch Fred Hirschfelder. Der ehrenamtliche Kreisbeauftragte für die archäologische Denkmalpflege im Landkreis ist zwar vor allem Ansprechpartner für die Bürger, hat aber auch gelegentlich einen Blick auf die Denkmäler. „Zum Beispiel nach einem Sturm schaue ich, ob Bäume entwurzelt wurden“, sagt Hirschfelder.

Die Heideflächen werden je nach Einschätzung ein- bis zweimal im Jahr mit Heidschnucken beweidet, sagt Rainer Städing von den Niedersächsischen Landesforsten, die für die Pflege der Glaner Braut zuständig sind. „Das ist hier schwieriger zu bewerkstelligen als zum Beispiel auf der Pestruper Heide, denn hier gibt es keinen Schafstall“, erklärt Städing.

Weil die Schafe nicht alles schaffen können, sind – wie am Dienstag – immer wieder Schulklassen, die das WPZ besuchen, zur Entkusselung im Einsatz. „Viele Hände sind gut beim Auswuchs ausrupfen“, sagt Städing. Vor allem kleine Birken, Kiefern und Faulbäume müssen die Schüler dann entfernen.

Die Fläche darf wegen ihrer archäologischen Bedeutung nicht befahren werden. Daher sind bei größeren Bäumen, die entfernt werden müssen, Forstwirte mit Pferden im Einsatz, wie zuletzt im vergangenen Jahr.

Ziel ist, wie auch auf dem Pestruper Gräberfeld, die Heideflächen und die Gräber als Bodendenkmäler in ihrer jetzigen Form zu erhalten.

Die Fläche des Pestruper Gräberfeldes ist seit langem im Besitz der Landesforsten. Die 39 Hektar Heidefläche mit über 500 Grabhügeln stehen bereits seit 1938 unter Naturschutz.

Die Schafbeweidung wird hier mittlerweile in Regie durch das Forstamt Ahlhorn durchgeführt, seit 2007 mit den sehr genügsamen hornlosen Diepholzer Moorschnucken mit gut 100 Tieren im Frühjahr und im Herbst.

Heide in voller Blüte

Ein Besuch des Gräberfeldes lohnt sich derzeit besonders. Nach der Sommerdürre des vergangenen Jahres, die einen großen Teil der Heidepflanzen vertrocknen ließ, stehen die Heidepflanzen nun wieder in voller Blüte. „Trotz teilweise noch sichtbarer Dürreschäden hat sich die Heide in weiten Teilen gut verjüngt und ist derzeit für Menschen sowie für Bienen und andere Insekten interessant“, freut sich Revierförster Heiner Brüning, der für die Niedersächsischen Landesforsten das Gebiet betreut, über die Regeneration der Heide.

Die hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen kam am Dienstag hinzu, um sich die Aktion anzuschauen, die seit 51 Jahren vom WPZ angeboten wird. Sie erkundete, wie es dem Wald in ihrem Wahlkreis geht...

Jana Budde Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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