Wildeshausen Schulterschluss beim Stadtelternrat: In der Debatte um den Tausch der Hunteschule mit der katholischen St.–Peter-Schule (die NWZ berichtete) spricht sich das Gremium, das die Eltern aller Schulen vertritt, einmütig gegen einen Tausch der Liegenschaften aus.

Zum Hintergrund: Um die Raumnot an den Wildeshauser Grundschulen zu beheben, möchte ein Teil der Ratsmitglieder, dass die 200 St.-Peter-Schüler schnellstmöglich in die Förderschule Lernen umziehen, die im Zuge der Inklusion ausläuft. Derzeit besuchen noch gut 50 Schüler die Hunteschule. Sie sollen ihre restlichen Schuljahre in der St.-Peter-Schule verbringen. Falls es in den nächsten Jahren doch noch Neuzugänge gibt, sollen diese Kinder in den Förderschulen Ganderkesee oder Wardenburg/Oberlethe eingeschult werden. Die frei werdenden Räume in der St.-Peter-Schule sollen schrittweise von der benachbarten Holbein-Grundschule genutzt werden.

„Wir sind gegen einen Tausch und wollen auch nicht, dass die Förderschüler im Landkreis verteilt werden“, betont der Vorsitzende des Stadtelternrats, Lothar Schulz. „Die weitaus meisten unserer Schüler kommen aus Wildeshausen und umzu und sollten wohnortnah zur Schule gehen können“, ergänzt Anke Repke-Wingenbach, Elternratsvorsitzende der Hunteschule. Parallel dazu werde man in den nächsten Jahren weiter für den Bestandsschutz der Hunteschule kämpfen.

„Wenn schon getauscht werden muss, dann nur auf Augenhöhe und nicht mit einer Grundschule“, führt Schulz weiter aus. Es sei nicht optimal, wenn die älteren Förderschüler auf dem Schulhof auf die jungen Holbeinschüler träfen.

Als „völlig unsinnig“ empfindet auch die Elternratsvorsitzende der St.-Peter-Schule, Christin Rollié, den Tausch. „Man würde für wenige Jahre die St.–Peter-Schule, in der von den Werkbänken über die Küchen bis zu den Toiletten alles auf Grundschülerhöhe ist, für die älteren Förderschüler umbauen, um dann wieder alles für die Holbeinschüler zurückzubauen“, schüttelt sie den Kopf.

Ohnehin sei die Hunteschule für Grundschüler völlig ungeeignet. Das fange bei den Toiletten außerhalb des Hauptgebäudes an, gehe über die fehlenden Parkplätze und reiche bis zum gefährlichen Schulweg entlang der stark befahrenen Heemstraße. Da sei – auch im Hinblick auf die vielen Elterntaxis und Busse – das Verkehrschaos vorprogrammiert.

„Was wir jetzt brauchen, ist eine genaue Kostenanalyse mit belastbaren Zahlen für einen zwei- oder vierzügigen Schulneubau“, skizziert Repke–Wingenbach die Alternative zum Schultausch.

Die aktuelle Debatte hat im übrigen der St.-Peter-Schule bereits jetzt stark zugesetzt. Während bislang immer zwei oder sogar drei erste Klassen an der katholischen Grundschule eingeschult wurden, sind diesmal zum Sommer nur 26 Kinder angemeldet. „Die Eltern haben Bedenken wegen des drohenden Umzugs und weichen lieber auf eine der anderen städtischen Schulen aus“, so Rollié. Somit kommt auf die neue Schulleiterin Elena Lietzmann, die am 1. Februar, ihren Dienst antritt, ein schwerer Start zu.

An potenziellen Schülern für die Hunteschule fehlt es hingegen nicht. „Bislang haben 35 Grundschüler ein Fördergutachten bekommen, mit dem sie entweder inklusiv beschult werden oder an die Förderschule Lernen wechseln können“, sagt Repke-Wingenbach.

Mit Spannung erwarten sie und ihre Mitstreiter nun die Ratssitzung am Montag, 5. Februar, 17 Uhr, bei der über den Tausch der Schulen entschieden werden soll.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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