Wildeshausen Nach Lernen sieht es zugegebenermaßen nicht aus – die Kinder, die in dieser Woche am Sprachlerncamp an der Wildeshauser Wallschule teilnehmen, spielen ausgelassen Fußball auf dem angrenzenden Bolzplatz. „Die haben ja eigentlich Ferien und das soll auch während des Sprachlerncamps so sein“, lacht Susanne Tönjes-Mollenhausen.

Sie ist eine von drei Sozialarbeiterinnen, die an Wildeshauser Schulen beschäftigt sind und das Sprachlerncamp initiiert haben. Unterstützung hat sie dabei von Antje Becker von der St.-Peter-Schule, Sabine Haferkamp-Maey von der Wallschule, Gudrun Hohnhorst vom Treffpunkt „Mittendrin“ und zwei Schülern der Fachoberschule Gesundheit und Soziales, die derzeit an der Holbeinschule ein Praktikum absolvieren. Gemeinsam haben sie das Camp gestaltet und führen es durch.

„Wir haben uns mit einem Konzept bei der Aktion ’Bewegen – Integrieren – Fördern’ der niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung beworben und haben so die nötigen Fördermittel für die Aktionswoche erhalten“, erzählt Tönjes-Mollenhausen.

Das eingereichte Konzept trägt den Titel „Wildeshauser Schnitzeljagd“ und hat zum Ziel, durch Bewegung, Sport, Spiel und Spaß den Kindern die deutsche Sprache sowie die Freude an Bewegung näherzubringen.

Auf die namensgebende Schnitzeljagd machten sich die Kinder am Montagnachmittag. Dabei fanden sie unter anderem heraus, welche Uhrzeit die Gilde-Uhr zeigt, wie die Öffnungszeiten des Bürgerbüros sind und was eine Kugel Eis kostet. „Dabei lernen die Kinder auch, in zum Teil ungewohnten Situationen Deutsch zu sprechen“, erklärt Haferkamp-Maey. Weitere Programmpunkte der Ferienwoche sind ein Ausflug in den Wald am Katenbäker Berg, bei dem die Kinder Flora und Fauna des Waldes kennenlernen werden.

Auch das gemeinsame Spielen helfe beim Spracherwerb, so Tönjes-Mollenhausen. „Wir achten darauf, dass die Kinder untereinander Deutsch sprechen und nicht in Kleingruppen zusammen spielen, in denen sie ihre Muttersprache sprechen.“

Die 18 Kinder haben allesamt einen Migrationshintergrund, stammen aus Syrien, Irak, Bulgarien und Polen. Platz gewesen wäre für 30 Kinder. Der Eigenanteil von 15 Euro für die gesamte Woche, in der die Kinder von 8 bis 16 Uhr betreut werden, dürfte kein Grund dafür gewesen sein, dass das Angebot nicht ausgebucht sei, spekuliert Tönjes-Mollenhausen.

„Es ist so, dass einige Kinder, die von uns gezielt angesprochen wurden, mit ihren Eltern in die Heimat fahren, oder Besuch aus der Heimat bekommen“, schildert Hohnhorst. Nichtsdestotrotz können sich die Beteiligten gut vorstellen, das Projekt auch im kommenden Jahr anzubieten. „Wir müssen nur wieder eine Förderung ergattern und zuvor die Zeit haben, ein Konzept aufzustellen“, gibt Haferkamp-Maey zu bedenken.

Daniel Schumann Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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