Wildeshausen Es sei für ihn ein „ungewohnt später Termin“, sagte Karl-Heinz Book von der Landesschulbehörde. Aber er nehme ihn sehr gern wahr. Im Beisein des Kollegiums, Vertretern der Wildeshauser Schulen, von Familie und Freunden überreichte er am Mittwochabend Inke Bajorat die Ernennungsurkunde als Rektorin der Holbeinschule. Die 50-jährige Pädagogin hat bereits im Februar offiziell die Nachfolge von Anja Lösch, die mittlerweile in Stuttgart arbeitet, angetreten.

Bajorat habe sich fast ein Jahr lang als „Stand-by-Schulleiterin“ bewährt, fand Book. Manchmal mache sie sich kleiner als sie wirklich ist: „Sie können das richtig gut“, so Book in Richtung Bajorat.

Die Wildeshauserin hat von 1991 bis 1994 in Hildesheim studiert. Dann bekamen sie und Ehemann Günter zwei Kinder: Timm Ole, inzwischen 23 Jahre alt, und Lina Britt (21). Das Referendariat begann 2001 an der Wallschule. Dort blieb Bajorat knapp zehn Jahre. 2011 folgte der Wechsel zur Holbeinschule, wo sie später stellvertretende Schulleiterin wurde. Nach der Berufung zur Rektorin nimmt Sabrina Abramowski (30), seit drei Jahren an der Holbeinschule, kommissarisch das Amt der Stellvertreterin wahr.

„Sie kennen das Geschäft in- und auswendig“, sagte Bürgermeister Jens Kuraschinski, der gemeinsam mit seinem Vertreter Thomas Eilers die Glückwünsche von Rat und Verwaltung überbrachte. Weil in der aktuellen Schulpolitik starke Nerven erforderlich seien, verschenkte er Wildeshauser Kaffee inklusive Tasse: „Damit Sie immer wissen, wer Schulträger ist.“

Die Kolleginnen und Kollegen würden Inke Bajorat stets den Rücken stärken, sicherte Abramowski zu. Und dann zählten die Lehrerinnen und Lehrer auf, was eine Schulleiterin alles so machen muss: Obst und Gemüse einkaufen, Kinder einschulen, Elterngespräche führen, T-Shirts bestellen, den Kindern sagen, wenn es regnet und sogar aufpassen, dass die Schule nicht brennt. Vor allem: „Du kümmerst Dich auch darum, dass es den Lehrern gut geht.“

Bajorat gab die Komplimente gern zurück: „Ohne dieses Kollegium würde ich hier keine Sekunde stehen.“ Auch einen weiteren Schulwechsel schloss sie aus – und wenn, dann würde sie das Kollegium mitnehmen. Ohne den Rückhalt aus der Familie hätte sie die neue Aufgabe nicht übernommen.

Zugleich brachte Bajorat das Leitbild der Holbeinschule in Erinnerung: „Um den Geist anzuregen und das Herz zu bilden, ist nichts von so dauerhafter Wirkung wie die Zuneigung.“ Ein Zitat des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827). „Unsere Kinder sind das Wichtigste“, betonte die neue Rektorin – und zitierte einige lustige Erkenntnisse der Kinder. Ein Beispiel: „Die Bibel besteht aus dem alten Sortiment und dem neuen.“

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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