Wildeshausen Der Abschied fällt ihr sichtlich schwer: „Ich verlasse hier 200 Kinder und ein ganz besonderes Kollegium“, sagt Anja Lösch. „Das ist hier für mich die zweite Familie.“ Nach genau 20 Jahren verlässt die Rektorin die Holbeinschule in Wildeshausen. Die 47-jährige Pädagogin zieht aus privaten Gründen nach Stuttgart.

Lösch stammt aus der Klassikerstadt Weimar (Thüringen). In Erfurt studierte sie an der damaligen Pädagogischen Hochschule. Es folgten das Referendariat in Nordhausen, zwei Jahre an einer Grundschule in Brandenburg und ein Jahr in Erfurt. Weil die Perspektiven für Lehrer in Thüringen damals nicht so rosig waren, bewarb sie sich in Niedersachsen. So landete Lösch in Wildeshausen an der Holbeinschule.

Besonders gute Erinnerungen hat sie noch an ihre erste eigene Klasse. „Ich habe im Sommer die 2. Klasse von Erika Roggemann übernommen“, erzählt sie. Viele Kinder seien ihr noch in Erinnerung. Eine ehemalige Schülerin, inzwischen schon Mutter, kam extra vorbei, um sich von ihr zu verabschieden. Als im Sommer 2002 Schulleiterin Gisela Trelle in den Ruhestand ging und Konrektorin Marion Schumacher wechselte, rückten Heike Röhl (als Schulleiterin) und Lösch (als Konrektorin) nach. Viele Dinge wurden in dieser Zeit angeschoben: die inklusive Schule, die Eingangsstufe für die Klasse 1 und 2, die Integration von lernschwachen Kindern und Kindern aus Zuwandererfamilien sowie die Zusammenarbeit im Schulverbund Huntetal. Auch der Förderverein der Holbeinschule ist inzwischen 20 Jahre alt. „Ohne den können wir wenig machen“, lobt Lösch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Nach dem plötzlichen Tod von Heike Rühl im Jahr 2013 übernahm Lösch Verantwortung; seit September 2013 hat sie das Amt der Schulleiterin offiziell inne.

Zum Abschied hatte Kerstin Feder, Vorsitzende des Fördervereins, ein „Sonnenglas“ mitgebracht. Die Mädchen und Jungen der Grundschule warfen bunte Herzen hinein. Viele umarmten die scheidende Rektorin. Auch Elternsprecherin Carola Petermann überreichte bewegt ein Abschiedsgeschenk. Zum Start in die Ferien hatte Lösch einen Eiswagen für die Kinder bestellt. Am Mittwoch folgte der Abschied im Kollegenkreis. Für einen guten Start in Stuttgart überreichten ihr die Kolleginnen und Kollegen ein „Erste-Hilfe-Paket“: für jeden der ersten zwölf Monate ein Präsent. Auch ein Abschiedslied wurde gesungen.

Eine offizielle Entlassungsurkunde konnte Karl-Heinz Book von der Landesschulbehörde aber noch nicht überreichen. Der Grund: In Baden-Württemberg beginnen die Schulferien erst vier Wochen später, daher sei dort noch nicht offiziell über die Besetzung der Grundschul-Rektorenstelle entschieden worden. Book bedankte sich bei Lösch für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das hervorragende Lernklima an der Holbeinschule.

Zwar räumt Lösch derzeit ihren Schreibtisch (und demnächst) ihre Wohnung in Hölingen aus. Ein Wiedersehen steht aber schon fest im Kalender: Im November gibt es mit den Kolleginnen und Kollegen (auch der benachbarten St.-Peter-Schule) ein Wildessen auf Gut Altona. Lösch erhielt Flugtickets samt Übernachtung vom Kollegium.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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