Wildeshausen Stolz hält Henry Maurice Holters sein Zertifikat in der Hand: „Das war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht“, erzählt der zehnjährige Schüler aus Südmoslesfehn (Gemeinde Wardenburg). Gemeinsam mit 34 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kursus nahm er über acht Monate hinweg an der Neuimkerschulung des Imkervereins Wildeshausen und Umgebung teil. Im Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen stand am Samstag die letzte Übungseinheit an.

Im Wechsel mit dem Imkerverein Hatten wurde bereits zum zehnten Mal dieser Kursus angeboten. „Die Teilnehmer kamen aus den gesamten Nordwesten, auch aus Syke oder Bassum“, so Vorsitzender Uwe Endesfelder, der neben Martin Vollmer referierte. Die Nachfrage ist groß. „In Oldenburg ist bereits der Kursus für 2021 ausgebucht.“

Die behandelten Themen des Lehrgangs wurden vom Landesverband Weser-Ems vorgegeben und reichten von der Biologie der Biene über Bienenkrankheiten bis zum Schleudern von Honig. Auf dem Lehrplan standen Themen wie „Biologie der Honigbiene“, „Betreuung des Bienenvolkes“, „Honig- und Wachsgewinnung“ sowie „Bienenkrankheiten und Krankheitsvorsorge“. Nach wie vor gelte die Varroamilbe (Varroa destructor) als bedeutsamster Bienenschädling, erklärte Endesfelder. Die Milbe lebe als Parasit an Bienen, pflanze sich fort und entwickele sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Zur Bekämpfung der Varroamilbe würden die heimischen Imker nur organische Säuren, etwa Ameisensäure, Milchsäure oder Oxalsäure, einsetzen.

Auch in der letzten Übungseinheit stand die Bienengesundheit im Blickpunkt. Die Kursteilnehmer ermittelten den Befallsgrad. Dabei wurde eine definierte Menge von abgetöteten Bienen entnommen. Durch Einfrieren lösen sich die Milben in der Regel von den Bienen. Die Milben werden mit Wasser durch ein Sieb gespült. Verstärkt wird der Effekt durch den Einsatz von etwas Spülmittel. Die Hobbyimker brachten die Masse auf weißem Papier aus und zählten die Milben. 320 zählte Henry Holters auf einer Fläche von 25 mal 25 Zentimetern. Das Bienenvolk sei verloren, hieß es von den Fachleuten.

Ein großer Teil des Lehrgangs bestand aber im praktischen Arbeiten. Dabei galt es Erfahrungen im Umgang mit den Bienen zu sammeln, erklärte Endesfelder. Auch neue Sorten wie Fenchelhonig wurden verkostet.

Die Atmosphäre des Lehrgangs war sehr familiär. Antje und Stephan Schink aus Wildeshausen hatten ihre Töchter Maria (10) und Anna (6) mitgenommen. „Wir wollten uns erst kundig machen, ehe wir uns ein eigenes Bienenvolk besorgen“, sagte Antje Schink. Immerhin dauere die Ausbildung zum Imker normalerweise drei Jahre. Den Besuch bei den Bienen fand Maria besonders spannend. „Angst vorm Stechen habe ich nicht.“ Jüngste Teilnehmerin des Kursus war übrigens die vier Monate alte Hanne, Tochter von Gesa Bröggelhoff aus Oldenburg. Sie war an allen Übungstagen dabei.

Der Verein bietet neuen Imkern an, sie ein Jahr lang bei ihrem Hobby zu begleiten.
  Der nächste Imkerkursus beginnt im Januar 2020 beim Imkerverein Hatten. Nach Auskunft von Schulungsleiter Peter Franz sind Anmeldungen aber nicht mehr möglich.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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