Harpstedt Nicht mit Fremden sprechen, nichts annehmen und schon gar nicht mit jemanden mitgehen: Sätze, die sicherlich ein jedes Grundschulkind bereits gehört hat. Vor sexueller Gewalt und Missbrauch kann nicht früh genug informiert werden. Deshalb gibt es an der Grundschule Harpstedt seit zwei Wochen ein Präventionsprogramm mit dem Thema „Mein Körper gehört mir“.

Pia Schillinger und Kai Janssen sind von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück und erklären den Drittklässlern, wieso man auch „Nein“ sagen darf. „Es geht vor allem um Selbstbestimmung und Selbstwahrnehmung. Auch Kinder haben das Recht, nein zu sagen und das möchten wir vermitteln“, erklärt Janssen. Ihre Kollegen Sissi Zängerle und Moritz Vieberg sind in den drei Wochen parallel in den vierten Klassen zu Gast.

In drei Teilen wird den Kindern mit Musik und kleinen schauspielerischen Szenen das Thema sexuelle Gewalt nähergebracht. „Im ersten Teil geht es um das Ja- oder Nein-Gefühl. Dann geht es um sexuellen Missbrauch und im dritten Teil um Missbrauch im Nahbereich, womit nahestehende Personen gemeint sind“, erzählt der Theaterpädagoge.

Janssen schlüpft beispielsweise in die Rolle eines Mannes, der sich als Junge im Chat ausgibt, um sich mit einem Mädchen (Pia Schillinger) persönlich zu treffen. Nach der schauspielerischen Einlage wird die eben gesehene Szene gemeinsam besprochen. Was ist verkehrt gelaufen? Wieso hätte das Mädchen sich nicht mit einem Fremden verabreden sollen, und mit wem kann man darüber sprechen?

Das Programm scheint den Kindern sichtlich Spaß zu bereiten, obwohl es um ein ernstes Thema geht. „Die beiden machen das perfekt und wir lernen noch was“, ist sich die Klasse 3c von Andrea Heemann einig.

„Es ist sehr interaktiv, die Kinder fragen viel und haben keine Berührungsängste“, erzählt die Klassenlehrerin. Sie sei auf das Projekt aufmerksam geworden und habe der Schule vorgeschlagen, daran teilzunehmen.

„Finanziert wird das Ganze über den Präventionsrat der Samtgemeinde Harpstedt und die Schule selbst“, so Schulleiterin Elsa Kramer-Spielmann. Das Programm komme bei Kindern und Kollegen gleichermaßen gut an. „Die Thematik wird auf einer ganz anderen Ebene dargestellt. Und gut ist auch, dass andere Personen und nicht wir das Thema behandeln.“ Es sei einfach ein tolles Programm, so die Schulleiterin weiter.

Ann-Christin Scharf Volontärin / NWZ-Redaktion
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