Wardenburg Während die Schülerinnen und Schüler in der letzten halben Ferienwoche noch die hochsommerlichen Temperaturen genießen durften, begann für ihre Lehrerinnen und Lehrer an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Am Everkamp in Wardenburg schon wieder der Ernst des Lebens: Sie saßen selber im Unterricht und frischten ihre Kenntnisse in der Ersten Hilfe auf.

Das ist alle drei Jahre Pflicht an den Schulen, denn im Fall des Falles müssen die Pädagogen natürlich helfen können. Thomas Zyweck und Ingrid Kirsch vom Kreisverband Oldenburg-Land des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) waren in die Schule gekommen, um möglicherweise verschüttetes Wissen über den Rautek-Griff oder die stabile Seitenlage wieder ans Licht zu bringen. „Wir holen unsere Kursteilnehmer mehr ab, als dass wir ihnen etwas eintrichtern“, erklärte Thomas Zyweck das Prinzip.

Mit kleinen Filmen als Impuls wurden die einzelnen Themen angerissen, anschließend ging es dann in die praktischen Übungen. Wie berge ich jemanden aus einem Unfallauto? Jeden einzelnen Schritt erläuterte der Rot-Kreuz-Ausbilder und hatte in Lehrerin Iris Poller eine Verletzte, die ihre Rolle so perfekt spielte, dass Thomas Zyweck seinen Behandlungs-Algorithmus Schritt für Schritt demonstrieren konnte.

Wie prüft man die Atmung? Wie funktioniert die stabile Seitenlage? Den Verletzten mit einer Decke vor dem Auskühlen schützen und zwischendurch immer wieder die Atmung prüfen. „Wer sagt denn, dass sich der Zustand des Verletzten nicht ändert?“. Und das Unfallopfer immer wieder ansprechen. „Das ist seelische Betreuung“, impft der Helfer seinen Zuhörern ein, mit denen er ziemlich zufrieden ist. „Die hatten viel auf der Schüppe“, lobt er die Lehrerinnen und Lehrer.

In der anderen Gruppe zeigt Ingrid Kirsch ganz praktisch, wie man einen Motorradhelm so abnimmt, dass das Unfallopfer nicht noch schlimmer verletzt wird. Anschließend sind die Lehrerinnen und Lehrer selber dran. Auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung wird praktisch an Halbpuppen geübt, die ein grünes Signal zeigen, wenn alles richtig gemacht worden ist.

Natürlich sind alle Teilnehmer bei der Sache, wenn Thomas Zyweck erläutert, wann ein Unfallopfer wach ist, nicht wach ist, aber normal atmet, und schließlich nicht mehr atmet und die Herz-Lungen-Wiederbelebung angesagt ist. Denn Antworten auf solche Fragen will die Leitstelle bei der Unfallmeldung haben. Wie man diese Zustände erkennt, sollen die Pädagogen in Gruppen erarbeiten. Und da passiert genau das, was Lehrer im Unterricht bestimmt oft genug hören: „Sind wir Gruppe eins oder zwei?“ Großes Gelächter, aber schon geht es konzentriert weiter. Dafür ist der Stoff dann doch zu wichtig.

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