Wardenburg Die drei Schornsteinfeger gleich im Eingangsbereich zu platzieren hatte durchaus symbolischen Charakter: Die beiden Männer und die Frau in Schwarz sollten allen Schülern Glück bringen, die an diesem Tag auf der Suche nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz waren. Über mehr als 70 Ausbildungsberufe konnten sich die rund 600 Schüler der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp sowie der Letheschule am Mittwoch in der IGS informieren.

Ausbildungskatalog

Firmen, die in der Gemeinde Wardenburg Ausbildungsplätze anbieten, finden sich in einem Katalog, den das Gemeinde Wardenburg Marketingforum zusammengestellt hat. Einzusehen ist er unter

    www.ausbildungskatalog.de

Zum dritten Mal hatten die Berufseinstiegsbegleiter Anette Löhr, Martin Jentsch und Nina Paul die Ausbildungsmesse „Open House“ organisiert. Fast 40 Handwerksbetriebe, Dienstleister, Schulen und Behörden beantworteten die Fragen der Schüler. Die Berufspalette reichte von Hebamme und Masseur über Logistiker und Isolierer bis zu Gärtner und Zahntechniker.

„Was genau macht eigentlich ein Schornsteinfeger?“. Diese Frage hörten Jerome Holst, Denise Junker und Thomas Wernke an diesem Tag zigmal. Ob die drei mit ihren Antworten echtes Interesse am Beruf des „Kaminkehrers“, wie er sich früher nannte, wecken konnten, vermochten sie nicht zu sagen: „Auf jeden Fall schadet es nicht, hier zu sein“, sagte Wernke. Seine Kollegin Denise Junker weiß seit ihrem zwölften Lebensjahr, dass sie ihren Traumjob gefunden hat. „Ich bin mal beim Zukunftstag bei einem Schornsteinfeger mitlaufen. Seitdem war mir klar, was ich werden will.“ Bereut hat sie es nie: „Auf einem Dach den Sonnenaufgang sehen – das ist ein Bild, das man nicht vergisst“, schwärmt die Delmenhorsterin.

Dass sich manchmal erst auf den zweiten Blick hinter einem Beruf der persönliche Traumjob verbirgt, wissen auch der angehende Hörakustiker Leon Schmietenknop und die künftige Optikerin Nadine Korzepski vom Wardenburger Fachbetrieb „Busch“. „Ich habe erst Mathe studiert, aber das war nichts für mich“, gesteht Nadine Korzepski. „Ich wollte was mit Handwerk und Kundenkontakt machen“, wurde der 23-jährigen Oldenburgerin später klar. Genau das finde sie im Beruf der Optikerin. Dass sie da immer noch viel mit Mathe zu tun habe, sieht sie entspannt.

Dass Leon Schmietenknop Hörakustiker wird, liegt auch in seiner eigenen Geschichte begründet: „Als Kind musste ich selbst mal ein Hörgerät tragen“, erzählt der 18-Jährige Oldenburger. Aus diesem Grund könne er sich gut in die Kunden hineinversetzen.

Auch für Semjon Janaoschek liegt die ungewöhnliche Berufswahl des Orthopädietechnik-Mechanikers im Familiären begründet: „Mein Vater ist Arzt “, sagt der 20-Jährige, der im Sanitätshaus & Orthopädietechnik Max Herrmann in Wardenburg lernt, Prothesen zu fertigen und anzupassen. „Diese Ausbildung schafft den Spagat zwischen Handwerk und medizinischem Beruf“, meint der Azubi im dritten Lehrjahr.

Wohin ihre berufliche „Reise“ einmal gehen wird, weiß die 16-jährige Jette noch nicht: „Ich will noch weiter Schule machen.“ Eine Antwort, die die NWZ an diesem Tag häufiger hört. Eine mögliche Schule wäre die Einjährige Berufsfachschule Gastronomie an den BBS Wildeshausen, die sich auch an der IGS präsentierte. Mustafa aus Littel besucht sie. Der 20-Jährige, der vor zwei Jahren aus Syrien kam, will anschließend noch die Berufsfachschule Anlagenmechaniker besuchen. „Damit hätte ich mehr Berufschancen, wenn ich nach Syrien zurück gehen sollte.“ Leon (16) und Juan (17) haben dagegen eine Lehrstelle als Kfz-Mechatroniker sicher – der eine in Wardenburg, andere in Klein Scharrel. Sie haben also schon ihr Ausbildungs-Glück gefunden.


Ein Video zur Messe unter   www.nwzonline.de/videos 
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Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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