WILDESHAUSEN Als die Kinder der Hunteschule den Topf mit dem Setzling zu den anderen Pflanzen stellen wollten, griff Ernst-August Bode ein. „Halt, den möchte ich Euch abkaufen“, so der stellvertretende Landrat. Gerade hatte er die Mini-Douglasie eingetopft – und wollte sie natürlich mitnehmen. „Über den Kauf der Pflanzen können Besucher die CO 2-Bilanz ihrer Anreise ausgleichen“, erläuterte Lehrerin Ingrid Berghaus. Ein Beispiel für praktischen Klimaschutz.

Der Stand der Förderschule Lernen, die mit ihrem Beitrag „Der Wald in unserem Klassenzimmer“ kürzlich einen Landesschulwettbewerb gewannen hat, gehört zum großen Rahmenprogramm der Klimatage „100 Prozent Erneuerbare Energie-Region Landkreis Oldenburg“ in der Wildeshauser Widukindhalle. Bode und Erster Kreisrat Carsten Harings eröffneten am Donnerstag die dreitägige Veranstaltung.

Nicht erst seit den tragischen Ereignissen von Fuku­shima (Japan) sei die Debatte um den Klimaschutz in vollem Gange, so Bode. Um das Potenzial an Erneuerbaren Energien auszuschöpfen, werde sich das Landschaftsbild verändern. Der FDP-Politiker machte deutlich, dass bei Klimaschutzmaßnahmen jeder vor der eigenen Haustür anfangen müsse. „Hier in unserer Region legen wir den Grundstein für das große Ganze“, betonte Bode.

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Christa Tacke und Hartmut Fröling vom Klimazentrum Kirchhatten, das neben anderen Initiativen das Bürgerforum maßgeblich vorbereitet hat, führten die zahlreichen Besucher durch die Ausstellung. Am Energiesparmobil“ erläutern die Schornsteinfegermeister Uwe Trump (Wildeshausen) und Udo Meyering (Berne) sowie Stefan Seym vom NABU sinnvolle Wärmedämmung. Dötlingens Bauamtsleiter Uwe Kläner und Gerd Bolling stellen das „Energieeffiziente Dötlingen“ vor. Hans-Peter Ratzke von der Jade-Hochschule zeigt, wie sich anhand von Luftbildern das Potenzial an freien Flächen für Photovoltaik-Anlagen ermitteln lässt.

Besonders beliebt bei den zahlreichen Schülern ist der „Wasser-Truck“. Unter dem Tenor „Volle Pulle“ lasse sich die Welt der Kanalisation erkunden oder Berichte über die miesen Geschäfte mit Trinkwasser in der Dritten Welt hören, wie Jennifer Schaar vom RUZ Hollen (Lernort Huntlosen) erzählt. Sie führt gemeinsam mit anderen die Besucher durch den Sattelschlepper. Ohnehin sind die Jugendlichen sehr engagiert: Schüler der Klasse B 1 WHAB verkaufen Bratwürste und Salate. „30 Cent pro Verkauf spenden wir für die Fukushima-Hilfsaktion des DRK“, berichtet Frances Pischel (19) aus Ganderkesee. Die Schülerfirma „Solar 2000“ zeigt ihre Aktivitäten; eine kleine Schmiede hat die BBS-Schülerfirma „Metallic“ aufgebaut.

Dicht umlagert sind auch die Stände der vielen Umweltinitiativen. Hartmut Lammert von Aktionsbündnis „Prima Klima“ in Ganderkesee berichtet von den Aktivitäten. Dort gibt es bereits einen Klimaschutz-Beirat. „Wir möchten ansteckend wirken auf andere.“

Die Hauptveranstaltung zur „100 % Erneuerbare Energie-Region“ steht an diesem Freitag an. Ab 18 Uhr gibt es Vorträge mit Prof. Dr. Claudia Kemfert (DIW Berlin) und Dr. Peter Moser (Uni Kassel). Eine Podiumsdiskussion zum Thema beginnt um 20 Uhr in der Widukindhalle. Fragen und Vorschläge an die Runde können Besucher bereits tagsüber in eine Box einwerfen. „Die sehr breite und interessante Palette an Informationen hat möglichst viele Besucher verdient“, resümiert Erster Kreisrat Carsten Harings.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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