WILDESHAUSEN Sie melden regelmäßig defekte Straßenbeleuchtungen, Schäden in den Straßen und Wegen und gelten als „verlängerter Arm der Stadtverwaltung“ in die Bauerschaften: Drei neue Bezirksvorsteher wurden am Donnerstag im Stadthaus ernannt. Jens Kuraschinski, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, und Ordnungsamtsleiterin Rita Manietta überreichten Walter Rykena, Carsten Maas und Gero Schulte die Ernennungsurkunden.

Der Rat der Stadt Wildeshausen hatte in seiner Sitzung am 26. Juni beschlossen, die Bezirksvorsteher gemäß Paragraf 38 Niedersächsische Kommunalverfassung (NKomVG) zu bestellen (die NWZ  berichtete).

Walter Rykena, 58 Jahre alt und von Beruf Fernmeldetechniker, wird neuer Bezirksvorsteher in Bargloy. Dort hatte Jens Kuraschinski 16 Jahre lang das Ehrenamt inne. Für die Bauerschaft Thölstedt wurde Gero Schulte, 38 Jahre alt und hauptberuflich Industriemeister, bestellt. Er tritt die Nachfolge des verstorbenen Fritz Beneke an. Und für die Bauerschaften Kleinenkneten und Lohmühle zeichnet künftig Carsten Maas (59), bis vor wenigen Tagen noch hauptberuflich für den Bauhof unterwegs, verantwortlich. Wie Manietta erläuterte, gibt es damit in neun der insgesamt 18 Bauerschaften Bezirksvorsteher.

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Die Bezirksvorsteher führen in der Landgemeinde amtliche Erhebungen oder Befragungen durch. Unter anderem haben sie die „Bodennutzungshaupterhebung“, also eine Statistik über die Früchte auf den Feldern, durchzuführen. Selbst Vieh oder Hunde werden in regelmäßigen Abständen gezählt. „Das setzt natürlich eine vertrauensvolle Basis des Miteinanders in den Bauerschaften voraus“, weiß Kuraschinski aus Erfahrung. Er verpflichtete das Trio zur Amtsverschwiegenheit und erläuterte das Mitwirkungsverbot. So dürfe beispielsweise Schulte nicht die Tiere in den Ställen eines nahen Verwandten in amtlichem Auftrage zählen. Den Bezirksvorstehern sei zudem gestattet, Dorfversammlungen einzuberufen. Den Kontakt zu den Dorfbewohnern pflegen alle Drei intensiv. Schulte hat sogar sein „Mandat“ von der Basis erhalten: Der 38-Jährige wurde auf der Versammlung des Realverbands Thölstedt vorgeschlagen.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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