Wildeshausen Seit anderthalb Jahren schwelt der Konflikt zwischen dem Kollegium des Gymnasiums Wildeshausen und dem Vorstand des Schulelternrates. Nun ist das Verhältnis offensichtlich gänzlich zerrüttet. „Mit dem aktuellen Vorstand des Schulelternrates ist keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit und Kommunikation gegeben, die über die rein dienstlichen Verpflichtungen hinausgeht“, heißt es in einer neuen Stellungnahme des Kollegiums an die Elternschaft. 92 Lehrer inklusive Direktor Ralf Schirakowski haben das Schreiben unterzeichnet.

Auslöser für den Konflikt zwischen dem Kollegium und dem Schulelternrat ist, dass die Lehrer keine Klassenfahrten mehr anbieten. Die stellen eine freiwillige Leistung dar. Grund für den Boykott ist, wie berichtet, dass das Land die Arbeitszeit für Gymnasiallehrer mit Beginn dieses Schuljahres um eine Wochenstunde erhöht und die zugesagten Ermäßigungen für ältere Lehrer wieder gestrichen hat.

In der jüngsten Stellungnahme der Lehrer heißt es ferner. „Wir sehen uns konfrontiert mit einer systematischen Behinderung des Informationsflusses zwischen Eltern und Kollegium, die zum Beispiel in Bezug auf die anstehende Schulgesetzesnovelle deutlich wurde.“ Seitens des Vorstandes des Schulelternrates würden gezielt Konflikte geschürt und Halbwahrheiten in die Öffentlichkeit getragen, die den Schulfrieden schwer belasteten und den Ruf der Schule schädigten.

Inzwischen hat auch der fünfköpfige Vorstand des Schulelternrates auf die Stellungnahme des Lehrerkollegiums reagiert. „Irritiert, erschrocken und enttäuscht“ hat der Vorstand das Schreiben zur Kenntnis genommen.

In der Vergangenheit habe es immer wieder unterschiedliche Auffassungen zu einzelnen Sachverhalten gegeben. Insbesondere zum Thema „Aussetzung der Klassenfahrten“ vertrete der Schulelternrat eine andere Position.

Der Elternrat widerspricht weiterhin der jüngsten Aussage des Personalratsvorsitzenden Axel Meentzen. Nach Ansicht des Elternrates sind Klassenfahrten nach wie vor ein Thema in der Schule. Meentzen hatte im April in der NWZ  geäußert, dass Klassenfahrten derzeit kein Thema an der Schule seien, da sich das Gymnasium momentan auf das Abitur konzentriere. Eventuell werde sich die Vertretung aller Personalräte der Gymnasien in Niedersachsen noch in diesem Schuljahr mit dem Angebot der Ministerin befassen.

Den Vorwurf der Lehrer, der Vorstand des Elternrates gefährde den Schulfrieden durch das Schüren von Konflikten und die Verbreitung von Halbwahrheiten, nehmen die Vorstandsmitglieder Stefan Bredehöft, Melanie Bühnert, Jens-Peter Hennken, Carsten Kloster und Dagmar Scheuerer nach eigenem Bekunden persönlich. „Das diskreditiert uns in unserem ehrenamtlichen Engagement. Wir machen uns Sorgen, wie sich solche Botschaften auf unsere Kinder auswirken und welche Konsequenzen dies auf die künftige Bereitsschaft zur ehrenamtlichen Mitwirkung an dieser Schule hat.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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