Ganderkesee Dörte Eifler hat beruflich „viel um die Ohren“, wie sie selbst sagt. Dennoch engagiert sich die 38-Jährige im TSV Ganderkesee für die Integration von Flüchtlingen – im Sport, versteht sich. Nun wurde sie für die Aktion „Mensch des Jahres in Ganderkesee“ nominiert. Das habe sie überrascht. „Es gibt um mich herum so viele Menschen, ohne die ich diese Aufgabe gar nicht schaffen würde“, betont die Bergedorferin.

Eifler, die hauptberuflich als Bankkauffrau bei der Volksbank Ganderkesee-Hude arbeitet, trainiert bereits in der zwölften Saison die G- und F-Junioren-Fußballmannschaften des TSV Ganderkesee. Irgendwann kam ihr der Gedanke, dass „es uns und meinen Jungs eigentlich sehr gut geht“. Warum also nicht etwas Gutes tun für die Flüchtlinge in Ganderkesee? „Ich denke, ein Großteil der Kinder und Jugendlichen hat im Leben bereits viele Dinge gesehen, die ich mir nicht einmal ausmalen möchte“, meint Eifler.

Aus der Theorie wurde schließlich ein Projekt, welches Dörte Eifler zusammen mit Jannis Baramsky, Sükru Aras, Immo Diekmann und Schülern des Abitur-Jahrgangs am Ganderkeseer Gymnasium organisiert. „Auf keinen Fall könnte ich das alleine schaffen“, betont Dörte Eifler.

Die Trainerin ist begeistert, wie groß das Engagement der Jugendlichen ist. „Es muss immer jemand da sein, der aufschließt, betreut oder weiß, wo das Licht angeht“, erklärt die 38-Jährige. Zudem müssen die Flüchtlingskinder auch von ihren Unterkünften abgeholt und zurückgebracht werden. Keine leichte Aufgabe ohne die vielen Helfer.

Über Plakate in den Unterkünften werden die Menschen über das Sportangebot informiert. Unterstützt wird Eifler auch von einem jungen Syrer, der in der Volksbank Ganderkesee-Hude eine Ausbildung macht und seine Hilfe bei der Übersetzung bietet. Oft gehe die Kommunikation aber mit Händen und Füßen vonstatten; manche könnten sich jedoch auch durch Englisch äußern. Aber: „Sport verbindet“, ist die Bergedorferin sicher.

Besonders beeindruckend für die Trainerin ist, dass die Flüchtlingskinder – aber auch die Eltern – ein großes Vertrauensverhältnis zu ihren Helfern aufgebaut haben. „Es ist schön zu sehen, dass die Kinder an die Tür kommen und unbefangen mit uns gehen.“ Der Lohn für ihr Engagement seien die glänzenden Augen der Kleinen, wenn diese sich in der Halle austoben. Ein Ziel sei nach wie vor, die Kinder und Jugendlichen in die Vereine zu integrieren.

Neben der Tätigkeit als Trainerin und dem Engagement für Flüchtlinge ist Dörte Eifler noch als Jugendschöffin am Amtsgericht Delmenhorst tätig. Kommt da Stress auf? „Nein“, sagt sie lächelnd, „das kriege ich ganz gut hin. Ich kann mich sehr gut organisieren, und das ist auch wichtig.“

Tonia Hysky Redakteurin / Redaktion Kultur/Medien
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