Landkreis /Oldenburg Jeder kennt das: Man geht an einen Ort und ist in Gedanken doch ganz woanders. Die Geräusche der Umgebung dringen nicht wirklich ins Bewusstsein. Beides zusammenführen, das Hören und Gehen, will das Projekt „Hörgänge“, an dem nun auch Schüler des Wahlpflichtkurses „Auge und Ohr“ der Graf-Anton-Günther Schule mitmachen.

Betreut wird der Kurs von Kunstlehrerin Nina Gluth sowie dem Medienkünstler Christian Gude und Jan Blum, medienpädagogischer Mitarbeiter am Edith-Ruß-Haus. Finanziell wird das Projekt von der Stadt Oldenburg, Bereich Kulturelle Bildung, unterstützt.

„Hörgang“ funktioniert wie ein Hörspiel, das speziell für einen konkreten Ort entwickelt ist. Der Zuhörer nimmt es mittels MP3-Player oder Smartphone und Kopfhörer am Spielort wahr und erlebt hautnah eine Episode, die genau hier gespielt haben könnte. Dabei erfährt er auch etwas über die historische Ebene des Ortes. Christian Gude entwickelt gerade fünf Hörgänge für die Stadt Oldenburg – die ersten beiden sind bereits im Internet abrufbar.

Den Auftakt des Schülerprojektes bildete ein Besuch des Edith-Ruß-Hauses, bei dem die Schüler fasziniert den ersten Hörgang, der in der Katharinenstraße spielt, erlebten. Danach waren sie selbst gefragt: in den folgenden Stunden wurden die verschiedenen Tonebenen eines Hörgangs erarbeitet. Mit technischer Assistenz von Jan Blum sammelten die GAG-Schüler am Rathausmarkt und der nahen Umgebung typische Geräusche. Um ein Skript zu entwickeln, mussten historische Recherchen angestellt werden.

Die „Hörgänge“ der Schüler, angeregt durch das Projekt des Medienkünstlers Christian Gude, bringen eine interessante und neue Perspektive: Sie lassen den Zuhörer kleine Geschichten, die rund um den Marktplatz einmal passiert sein könnten, erleben. Ganz nebenbei, so die Hoffnung, schärfen und erweitern sie die Sicht der Menschen auf diesen Ort.

„Dies ist eine hervorragende Möglichkeit für die Schüler, sich auf akustische und visuelle Spurensuche zu begeben und historische Begebenheiten für andere Menschen erlebbar zu machen“, kommentiert Kunstlehrerin Gluth die Bedeutung des Projektes. Dank der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Gude und Blum würden die Schüler wichtige medienpraktische Kompetenzen erwerben – etwa beim Erstellen der Tonaufnahmen sowie beim anschließenden Schneiden der „Hörgänge“ am PC. Eines steht fest: die Schüler haben mit ihren Ohren Oldenburg akustisch neu entdeckt.


Mehr Infos unter   www.oldenburg.hoergaenge.net 
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