Ganderkesee /Landkreis Langzeitarbeitslose eine Mauer bauen zu lassen, die am nächsten Tag wieder abgerissen wird – das war einmal. Willi Albers ist es wichtig, dass für „seine“ Teilnehmer der Nutzen ihrer Arbeit erkennbar ist. Seit 2016 leitet Albers an der Schulze-Delitzsch-Straße in Ganderkesee ein Werkstattprojekt für Arbeitsuchende, eine so genannte AGH-Maßnahme („Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose“) des Jobcenters Landkreis Oldenburg. Trägerin des Projekts ist die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB).

In Ganderkesee arbeiten derzeit 30 Teilnehmer in den Bereichen Fahrradtechnik, Medienwerkstatt, Textil, Holz und Gartenbau. In Sandkrug existiert bereits seit mehreren Jahren ein AGH-Projekt mit einer Altkleidersammlung und einer Möbel- und Fahrradwerkstatt. Seit Donnerstag gibt es nun ein drittes Werkstattprojekt im Landkreis, das an der Bahnhofstraße in Wildeshausen angesiedelt ist.

Katrin von Lany betreut als Pädagogische Leiterin zwölf Langzeitarbeitslose, die in zwei Bereichen geschult werden: Zum einen soll im ehemaligen Hotel „Zur Rampe“ ein „soziales Café“ für Leistungsbezieher entstehen, zum anderen werden naturnahe Arbeiten verrichtet. Letzteren Bereich stellten die Projektbeteiligten am Donnerstag in Ganderkesee vor.

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In Kooperation mit der Naturschutzstiftung und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises werden sechs Teilnehmer im Naturschutz und der Landschaftspflege eingesetzt. Sie werden in den nächsten Monaten etwa den Natur- und Erlebnispfad auf der Großen Höhe instandsetzen, Naturdenkmäler wie das Huntetal oder das Pestruper Gräberfeld pflegen oder nicht mehr benötigte Weidezäune auf den Naturdenkmalflächen abbauen.

Ziel der auf sechs Monate angelegten und auf zwölf Monate verlängerbaren Maßnahme ist laut Gabriele Vogel-Wellmann aus dem LEB-Regionalbüro in Bad Zwischenahn, zum einen Bildung zu vermitteln, zum anderen aber auch fit zu machen für die Integration in den Arbeitsmarkt. „Wir wollen den Teilnehmern Lust machen, wieder zu arbeiten“, erklärte sie. Zudem bringe die Maßnahme Struktur in den Tag. „Sie erleben, dass jemand nach ihnen schaut, wenn sie fehlen.“

Das Werkstattprojekt in Ganderkesee habe seit dem Start vor knapp eineinhalb Jahren eine Vermittlungsquote von zehn bis 15 Prozent, berichtete Willi Albers. „Wir würden uns eine höhere Quote wünschen“, räumte er ein, jedoch sehe er schon ein Ziel erreicht, wenn die Motivation der Teilnehmer gewachsen sei, sich überhaupt um Arbeit zu bemühen. Es gelte zu lernen, wieder regelmäßig zu arbeiten.

Beim Jobcenter des Landkreises Oldenburg wird darauf geachtet, dass die in den drei Werkstattprojekten verrichteten Arbeiten wettbewerbsneutral sind – also keine Konkurrenz zu kommerziellen Anbietern darstellen und reguläre Arbeitsplätze verdrängen, wie Monia Krickhahn vom Jobcenter berichtete.

Im Idealfall profitieren von den Maßnahmen nicht nur die Teilnehmer selbst, sondern auch die Allgemeinheit. So kommt beispielsweise das in Ganderkesee angebaute Gemüse bedürftigen Menschen zugute, Insektenhotels und Nisthilfen wurden für den BUND gefertigt und das derzeit entstehende Café soll künftig als Anlaufstelle für Menschen dienen, die sich den Cafébesuch anderweitig nicht leisten könnten.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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