WILDESHAUSEN Das Lob kam aus berufenem Munde: „Sie gehen einen anspruchsvollen Weg“, sagte Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann. Gerade hatte Berthold Seidel, Geschäftsführer und Leiter der Gut Spascher Sand gGmbH, das pädagogische Konzept der Wildeshauser Privatschule erläutert. Pädagogische Forschung spielte ebenso eine Rolle wie die Stärkung des „Schüler-Ichs“.

Noch während seiner Zeit als Staatssekretär im Kultusministerium hat Althusmann die Weichen dafür gestellt, dass die 2008 gegründete Integrierte Gesamtschule (IGS) auf Spasche vorzeitig Fördermittel des Landes erhält. Eigentlich wäre eine Wartezeit erst 2011 abgelaufen. Nun erhalte die Schule schon in diesem Jahr eine Förderung von maximal 300 000 Euro (die berichtete). Am Dienstag informierte sich Althusmann gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley, den stellvertretenden Wildeshauser Bürgermeistern Christa Plate und Uwe Leinemann und der stellvertretenden CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Maren Goedeke aus erster Hand. Seidel, Konrektor Klaus Rumpel, Grundschulleiterin Esther König, Kinderhaus-Leiterin Katrin Wandschneider, Kulturreferentin Petra Sechting und Architekt Stephan Damke führten über den Campus. Schulgründer Wolfgang Rixen habe einen „ungeschliffenen Diamanten“ im Wald gefunden und zum Glänzen gebracht, erklärte Leinemann.

In einem rund 90-minütigen Vortrag erläuterte Seidel dann das pädagogische Konzept. „Viele Schüler haben in jungen Jahren schon alles gesehen, aber noch nichts erlebt“, so der Schulleiter. Daher sollten die Kinder Primärerfahrungen sammeln. Gesunde Ernährung und Gesundheitswissenschaft („Salutogenese“) hätten einen ebenso hohen Stellenwert wie individuelle Bildungspläne. Ziel sei es, die Persönlichkeit der Kinder so zu stärken, dass sie später im Leben auch Krisen erfolgreich bewältigen können.

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„Wenn wir nur einen Teil davon umsetzen können, ist mir um die Zukunft unserer Schule nicht bange“, befand Althusmann. Der Minister, zuständig für 3300 Schulen und 87 000 Lehrkräfte im Land, wies darauf hin, dass die Schulqualität im Land insgesamt gestiegen sei. Das belegten auch die Berichte der Schulinspektion. Allein 500 Schulen fehlten hier noch. Erhielten die Privatschulen in Niedersachsen im Jahr 2003 noch 185 Millionen Euro jährlich aus der Landeskasse, liege die Summe inzwischen bei 280 Mio. Euro. Eine vorzeitige Förderung sei nicht selbstverständlich, so der Minister. Das Konzept von Spascher Sand habe aber überzeugt. „Hier wird ein Maßstab angelegt, der seinesgleichen sucht“, befand auch Karl-Heinz Bley.

Für einen Plausch mit den Kindern blieb nur noch wenig Zeit: Der nächste Termin im Ammerland wartete. Der kleine Johann (6) ahnte es wohl und drückte dem Minister schnell die Hand. Althusmann versprach wiederzukommen.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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