LANDKREIS Heiß und stickig ist es. Qualm, der an der Decke hängt, erfüllt den Raum mit Dunst. Immer wieder hebt Birger Lüers den schweren Hammer und schlägt auf das glühende Metallstück, das vor ihm auf dem Amboss liegt. Der Lärm hallt durch die ganze Werkstatt.

Eigentlich drückt Birger die Schulbank der Klasse 11c des Alten Gymnasiums Oldenburg. Doch in der Zeit vom 14. bis zum 25. Januar hat er sich gezielt ein Praktikum ausgesucht, das andere Anforderungen stellt, als gedankliche Hochleistungen zu verrichten.

Denn in dem Metall- und Edelstahlverarbeitungsbetrieb, der für zwei Wochen seine Schule ist, muss man in erster Linie ordentlich zupacken können und bereit sein, sich mehr als die Hände schmutzig zu machen. Das merkt Birger schnell: Am Ende der zwei Wochen kämpft er mit Blasen und Schwielen.

„Ich war in meiner Freizeit schon öfters auf Mittelaltermärkten und die Schmiederarbeit hat mich fasziniert“, erzählt der 18-Jährige. Daher wollte er gerne selbst mal in die Rolle eines Schmiedes schlüpfen. Auch die körperliche Anstrengung, die an einem Schultag eher unüblich ist, habe ihn gereizt.

So steht er nun also um 7 Uhr im Blaumann, bewaffnet mit Handschuhen, Zollstock und Reißnadel parat, um sich bis 16.15 Uhr zu verausgaben. Natürlich gibt es auch für ihn sowohl eine Frühstücks- als auch eine Mittagspause, in denen er mit seinen „Kollegen“ beisammen sitzt. Birger lobt das angenehme Arbeitsverhältnis und die Freiheit, die ihm während des Praktikums geboten wird. Neben der Arbeit mit dem Feuer, schneidet und biegt der Praktikant Bleche und hilft den Angestellten bei ihrer Arbeit. Dass man für einen solchen Beruf mehr braucht als rohe Muskelkraft, hat er schnell gemerkt. „Man muss viel lernen und braucht eine Menge Fingerspitzengefühl“, sagt er selbst.

Psychologin ist der Traumberuf von Katrin Brüggert, am liebsten würde sie bei Beziehungsproblemen helfen. Doch um sich sicher zu sein, welchen Bereich sie näher in Augenschein nehmen möchte und ob ihr der Umgang mit Kindern nicht doch sehr viel mehr liegt, absolviert die 17-Jährige, Schülerin der Klasse 11d des Alten Gymnasiums Oldenburg, ihr zweiwöchiges Praktikum in dem kommunalen Kindergarten in Hatterwüsting. Nicht zuletzt auch, um sich für ein mögliches Au-pair Jahr vorzubereiten.

Ab 7.30 Uhr betreut sie hauptsächlich zwölf Kinder der „Spatzengruppe“ und entlastet somit auch die Betreuerinnen. Ob zugehört, gekuschelt oder in die Gummistiefel geholfen werden soll, ist Katrin gefragt. "Diese offene, unvoreingenommene und herzliche Art der Kinder mit der sie auf mich zugehen, überrascht mich immer wieder. Aber genau das gefällt mir“ . So sehr sie sich freut den Lernprozess der Kleinen mitanschauen zu können, ist sie auch froh um 14 Uhr nach Hause gehen zu können. Der Beruf als Kindergärtnerin sei sehr anstrengend und verlange starke Nerven, Kreativität und ein wachsamen Auge ab.

„Kinderpsychologin werde ich wohl nicht wählen", gesteht sie. Dafür sei sie doch zu emotional, um mit den Problemen ihrer dann kleinen Patienten umzugehen.

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