BOOKHOLZBERG Die „Iiihh’s“ und „Bäääh’s“ sind seltener geworden im Unterricht – wer schon ein paar Ameisenköpfe mit Beißwerkzeugen, haarige Spinnenbeine oder krabbelnde Kellerasseln in 80-facher Vergrößerung gesehen hat, ist nicht mehr so schnell zu beeindrucken von neuen Details des Insektenkörpers, die erst beim Blick durchs Okular so richtig gut sichtbar werden.

„Wer lebt da unter uns?“ Das wollten Dritt- und Viertklässler der Grundschule Bookholzberg herausfinden. „Kinder untersuchen den Boden“ hatte die Pädagogische Mitarbeiterin Heike Duhr das Projekt überschrieben, mit dem sie mit den Kindern „den Natur- und Umweltschutzgedanken fördern, die Wichtigkeit auch von kleinsten Lebewesen hervorheben, Freude an der Artenvielfalt entwickeln, den Forscherdrang wecken und wissenschaftliche Methoden üben“ wollte.

Mit diesen Worten hatte Heike Duhr das Vorhaben auch der Fritz-Henkel-Stiftung beschrieben, die mit ihrem „Projekt Futurino“ in diesem Jahr schulische Maßnahmen rund um das Thema „Natur und Umwelt“ unterstützt. Und die Bookholzberger „Bewerbung“ hatte Erfolg: Die Projektkosten für einen Klassensatz Mikroskope (25 Stück) inklusive Begleitliteratur – insgesamt 4666 Euro – wurden von der Stiftung des Chemieunternehmens Henkel, das unter anderem auch Waschmittel herstellt, komplett übernommen.

„Damit hatten wir gar nicht gerechnet“, gibt Heike Duhr zu. Dankbar wurden die neuen Möglichkeiten aber sogleich genutzt: Kaum waren nach den Herbstferien die Mikroskope geliefert, nahmen die Schüler Spinnen und Fliegen unter die Lupe, untersuchten Asseln und Ameisen, beobachteten Weberknechte und Springschwänze, betrachteten eifrig Eier und Larven. Tote Tiere wurden von Zuhause mitgebracht, aber auch lebende auf dem Pausenhof eingesammelt und aus dem Schultümpel gefischt. „Nachdem wir sie angeschaut haben, setzen die Kinder sie aber wieder aus“, betont Heike Duhr – schließlich gehört es zu den Zielen des Projektes, dass die Kinder lernen, jede Kreatur zu achten.

Vorwiegend genutzt werden die Mikroskope von den „Experten“ – das sind Arbeitsgemeinschaften von interessierten und engagierten Dritt- und Viertklässlern. Heike Duhr hat auch schon viele neue Ideen zum weiteren Einsatz der Geräte: Eigene Präparate sollen in Glycerin-Gelatine eingeschlossen werden, die Kinder dürfen unter der Linse eine „Ursuppe“ zusammenmixen, und das Wasser aus dem Schultümpel soll genau untersucht werden.

Aber auch Selbsterfahrung ist gewünscht. „Am meisten erstaunt waren die Kinder“, berichtet Heike Duhr schmunzelnd, „als sie ihre eigenen Fingernägel unters Mikroskop gehalten haben.“

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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