Westerburg „Moin, moin, leeve Kinner.“ „Moin, moin, Fru Kleimann.“ Der Besucher ahnt, welche Gruppe der Grundschule Hohenfelde er vor sich hat: die Plattdeutsch-AG. Wie an jedem Dienstag um 1l.30 Uhr treffen sich die Janne (9), Merle (10), Philip (9) und Marek (9) mit der Leiterin ihrer Arbeitsgruppe, Susanne Kleimann. Die Fünf haben noch einiges zu besprechen, denn sie planen etwas Außergewöhnliches. Am Mittwoch, 17. Dezember, laden sie für 17 Uhr alle Interessierten unter dem Titel „Licht in die Welt setzen“ zu einer plattdeutschen Adventsandacht in die Marienkirche zu Wardenburg ein. Ein Novum in der Gemeinde Wardenburg.

„Wir wollten mal etwas anderes machen als plattdeutsche Texte lesen oder Gedichte auswendig lernen“, erklärt Susanne Kleimann, zugleich Rektorin der Grundschule mit insgesamt 61 Schülern. Die Kinder hätten Pastorin Monika Millek angeschrieben und um fachliche Hilfe bei der Gestaltung gebeten. Zurück kam von der Theologin, die sich sehr über diese Idee gefreut habe, ein möglicher Ablaufplan. „Darauf haben wir unsere Planungen aufgebaut“, sagt Susanne Kleimann. „Allerdings haben wir unsere Besprechungen nicht allein auf Plattdeutsch gemacht, das wäre zu anstrengend gewesen“, gibt die Pädagogin zu. Die Kinder jedenfalls hätten ihren Spaß an den Vorbereitungen gehabt. Hilfe bekommen sie von Mitschülern, Lehrerinnen und Eltern, die sich vielfältig in den Gottesdienst mit einbringen.

Eine Plattdeutsch-AG gibt es an der Grundschule Hohenfelde bereits mehr als 20 Jahre. „Das gehört zu unserer Schule einfach dazu. Wir sind hier im ländlichen Raum und viele Eltern und Großeltern der Kinder können noch Platt“, weiß Susanne Kleimann, die selbst in Littel mit der niederdeutschen Sprache aufwuchs. Auch die vier AG-Kinder haben Eltern und Großeltern, die Platt können. Selbst sprechen tun sie es allerdings zu Hause nicht, geben die Viertklässler zu.

„Allein durch den Umgang mit der plattdeutschen Sprache erfahren Kinder die sprachliche und kulturelle Vielfalt unserer Region“, ist die Schulleiterin überzeugt. Für sie auch ein Grund, sich als Plattdeutsche Projektschule zu bewerben. „Wir machen das jetzt im zweiten Jahr“, so Kleimann. Unterrichtet in Platt, wie in einer Plattdeutsch-Schule, werde zwar nicht, aber es gebe viele Aktionen wie Lesegruppen oder das Singen plattdeutscher Lieder, um das Niederdeutsche in den Schulalltag zu integrieren. Das Gestalten einer plattdeutschen Andacht könnte zu einer weiteren festen Einrichtung der Schule werden.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.