Hude Das Betriebspraktikum – Feind jedes Schülers: Früh aufstehen, lange Arbeitszeiten, richtig ranklotzen. Kurz: Man muss seine eigene Komfortzone verlassen. Dies ist zwar unangenehm, doch es kann sowohl Spaß machen, als auch hilfreich für das spätere Leben sein.

Bernhard Rolfs, Lehrer für Mathematik, Erdkunde und Sport an der Liebfrauenschule Oldenburg, erinnert sich, dass das Betriebspraktikum an der Schule schon seit über 10 Jahren in dieser Form läuft. Allerdings stelle es grade in diesem kurzen Schuljahr ein zeitliches Problem dar. „Die Noten sind zum Teil noch nicht vergeben und die Schüler fehlen für zwei Wochen. Doch ab dem nächsten Jahr wird alles durch das zusätzliche Schuljahr an den Gymnasien entzerrt“, sagt Rolfs.

Er denkt zurück an sein eigenes Betriebspraktikum als Straßenbauer und berichtet, dass es ausschlaggebend bei seiner Berufswahl gewesen wäre, wenn der Pädagoge nicht nach der Realschule noch sein Abitur gemacht und studiert hätte. Er ist der Meinung, dass das Praktikum den Schülern bei der Berufswahl helfen kann: „Wir wünschen uns natürlich immer, dass die Schüler sich eine Stelle suchen, die sie auch wirklich wollen. Wenn sie sich für den Beruf richtig interessieren, hilft ihnen das Praktikum für das spätere Leben.“

Rolfs ist klarer Befürworter des Praktikums. Er hält es für sinnvoll. „Es kann den Schülern veranschaulichen, wie andere Jugendliche im gleichen Alter schon arbeiten müssen oder was sie leisten können. Deshalb entwickeln viele Schüler einen Biss, der heute oft fehlt“, berichtet er.

Auch von dem verabscheuten Praktikumsbericht hält er viel. „Die Schüler denken über alles noch einmal nach und reflektieren die Ereignisse. Das dient hauptsächlich als Fazit für die Jugendlichen.“

Mark Spiller aus Hude, Praktikant im Verkaufsbereich beim Autohaus Bartels in Hude, berichtet, dass es zu seinen Aufgaben gehöre, sich um die Zulassung der Fahrzeuge bei der Gemeinde zu kümmern oder Kundenfahrzeuge für Probefahrten aufzubereiten. „Um manche Büroarbeiten kümmere ich mich schon alleine, aber es wird natürlich alles noch mal kontrolliert“, erzählt Mark. Der Spaß am Arbeitsplatz würde nicht fehlen. „Ich denke, dass ich den richtigen Platz für mein Praktikum gewählt habe.“

Die 15-jährige Carolin Flessner kommt ebenfalls aus dem Landkreis Oldenburg und ist Praktikantin in der Gärtnerei Voigt. „Ich muss Blumen ,putzen’, neue Pflanzen anschneiden und Unkraut jäten“, beschreibt sie ihre Aufgaben.

Sie glaubt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, da sie die Arbeit mit den Blumen interessant findet, gut mit den Kollegen klarkommt und sich vorstellen kann, in diesem Beruf später zu arbeiten. Carolin hält das Praktikum für eine sinnvolle Abwechslung zum Schulalltag.

Über die Autorin

Ahlke Gall ist 14 Jahre alt und lebt in Hude. Sie besucht die neunte Klasse der Liebfrauenschule in Oldenburg. Im Rahmen ihres Betriebspraktikums war sie für zwei Wochen in der Redaktion der NWZ  in Hude tätig.

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