WILDESHAUSEN Hochleistungen trotz teils schwieriger Umstände erbringen sollen die 11. Klassen des Gymnasiums Wildeshausen: Sie werden schon seit geraumer Zeit in Containern unterrichtet.

„Es gibt im Moment jedoch keine andere Möglichkeit, da mehr Schüler kommen (in etwa 180) als gehen (um die 80)“, kommentiert der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Däubler. Es sei aber trotzdem eine absolute Notlösung. Däubler hofft, dass sich in zwei Jahren eine bessere Möglichkeit gefunden hat.

Der Unterricht in den Containern hat für die Schüler genauso wie für die Lehrer zahlreiche Nachteile: „Man ist durch die Container total abgeschnitten vom Rest der Schule und bekommt wichtige Dinge erst sehr spät mit“, sagt Yvonne Frerichs, Schülerin der 11. Klasse. Des Weiteren sei die Luft in den für etwa 30 Schüler ausgelegten Containern unangenehm und die Temperaturen seien schwer zu regulieren: Morgens sei es regelrecht frostig, mittags und in der Sommerzeit dagegen stickig und heiß. Auch die Akustik sei aufgrund der Bauweise der Container problematisch, Nebengeräusche und etwaige Schülergespräche hallten durch den ganzen Raum und beeinträchtigten die Lernatmosphäre.

Und doch bringen die Container nicht nur Nachteile mit sich: Positiv sei, dass durch die Abgeschiedenheit viel mehr Ruhe herrsche. Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit scheinen dadurch zu steigen. „Bei Klausuren ist das ein Vorteil, da wir uns viel besser konzentrieren können“, sagt der Schüler Mattias Kastendiek. Zugleich werde der Unterricht aber oft ungewollt verlängert, da das Pausenklingeln schlecht wahrzunehmen sei.

Was Schüler und Lehrer gleichermaßen stört, ist, dass der Weg zu den Containern durchs Freie geht, und man bei jedem Wetter dort entlang muss. „Die Pausenzeiten werden dadurch extrem verkürzt, da man immer etwas früher loslaufen muss. Auch ein Toilettenbesuch ist eher unpraktisch, da es einfach zu lange dauert“, sagt die Lehrerin Irene Lückert.

Trotz all dieser Aspekte tragen die Schüler den Namen „Containerkinder“ mit Stolz. „Außerdem ist es ja nur für ein Jahr, weil dann das Kurssystem von Klasse 12 beginnt. Von daher mache ich mir nicht so viele Gedanken darum und genieße es, gewisse – wenn auch wenige – Vorteile zu haben“, berichtet die 16-jährige Schülerin Rebecca Feiner.

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