GANDERKESEE Eine gelbe Paprika ist nicht unbedingt das, was man zur Veranschaulichung von Röntgenstrahlen erwartet. Dennoch wurde das Gemüse in dem PowerPoint-Vortrag von Björn Poppe zum Versuchskaninchen und in einem Film in eine CT-Röhre geschoben. Das Resultat: Eine 3D-Ansicht der Paprika. Damit entführte der Oldenburger Professor die 9. Klassen des Ganderkeseer Gymnasiums in die Welt der Röntgenstrahlen.

Medizinischer Nutzen

Diese so genannte Dichteansicht des Computertomographen soll helfen, Tumore zu erkennen. Aber Strahlung ist nicht nur hilfreich, sie kann sehr schnell auch eine Gefahr werden. Deshalb trug Poppes Vortrag den Titel „Gute und schlechte Strahlen – medizinische Nutzung der Strahlenphysik.

Mit seinem Vortrag ging Poppe im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut: Denn dort richtet die Strahlung unter Umständen Verheerendes an: Etwa wenn sie Elektronen aus der Bahn werfe und diese dann die DNA, unser Erbgut, schädigen. Wenn es kaputte Zellen dann nicht schaffen, sich richtig zu reparieren, werde der Zelltod eingeleitet. „Das ist eine der Hauptschwierigkeiten, die es beim Röntgen geben kann“, sagte Poppe.

Im Umkehrschluss könne man mit Strahlen gezielt Tumore bekämpfen. Da Tumorzellen empfindlicher seien als andere Zellen und sich nicht so schnell erholen, werden sie bei regelmäßiger Bestrahlung zerstört.

Manchmal werden sogar gezielt radioaktive Stoffe unter die Haut gespritzt, um anhand des Stoffwechsels mehr über einen Tumor zu erfahren.

Die Schüler stellten eifrig Fragen. Sie wollten zum Beispiel wissen, ob die Bestrahlung bei der CT auch mal Schaden angerichtet habe. Auch solche Fälle kennt Björn Poppe. Am Ende hat den Gymnasiasten vor allem gefallen, dass alles leicht und verständlich aufbereitet gewesen sei. „Ich fand gut, dass es auch für diejenigen interessant war, die sich nicht so für Physik interessieren“, sagt etwa Marie Kaufhold. „Was mich fasziniert hat war, dass komplexe Vorgänge einfach beschrieben wurden“, lobt Alexander Kolloge. „Das sind ja Themen, die uns alle direkt betreffen“, sagt der 15-Jährige.

Vortrag hat Thema vertieft

Auch Physiklehrerin Antje Schoormann freute sich: „Das ist toll, das passt optimal in das Themenfeld Kern- und Atomphysik.“ Ein gutes Fazit zieht auch Björn Poppe: „Ich hatte das Gefühl, dass viele gut mitkamen, und die Fragen waren sehr qualifiziert.“

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