Wildeshausen Wenn sich im Gymnasium Wildeshausen ein Schüler verletzt oder unwohl fühlt, dann sind sie zur Stelle: die derzeit 23 Schulsanitäter der 9. und 10. Klasse. Am Mittwochvormittag wurden die Schüler neu eingekleidet, erhielten erstmals T-Shirts für den Sanitätsdienst, die der Förderverein der Schule stiftete.

„Ich bin im Schulsanitätsdienst, weil ich es gut finde, Mitschülern zu helfen und mich für andere Menschen zu engagieren. Ich möchte die Erste Hilfe auch im Alltag anwenden können“, beschreibt Zehntklässler Alexander Christ (15) seine Motivation. Zwei Schüler sind pro Tag für den Dienst von der ersten bis zur sechsten Stunde eingeteilt. Häufig haben er und seine Kollegen mit Fällen von Kopf- oder Bauchschmerzen zu tun, doch auch Blessuren aufgrund von Glätte treten in den Wintermonaten immer wieder auf, erzählt Alexander. „Es kam auch schon mal vor, dass jemand in der Aula zusammengebrochen ist.“ Da hieß es dann: Schockbekämpfung, Füße hochlegen und etwas zu Trinken reichen.

Im Unterricht tragen die diensthabenden Schüler einen Pieper bei sich, über den sie aus der Geschäftsstelle im Ernstfall gerufen werden können. „Neben ihrem Einsatz verfassen die Schüler auch noch einen Bericht über den jeweiligen Vorfall“, erläutert die Malteser Rettungsassistentin und Leiterin der Ausbildung in Wildeshausen, Kassandra Groeneveld.

Die Nachfrage wachse stetig, so Groeneveld. Viele Schüler würden auch über den Schulsanitätsdienst hinaus auf den Malteser Hilfsdienst zukommen, um sich weiter in der Ersten Hilfe fortzubilden.

Vor vier Jahren rief Lehrerin Heike Schaal am Gymnasium die Arbeitsgemeinschaft für die Ausbildung zum Schulsanitäter ins Leben. Ausgebildet werden die teilnehmenden Schüler der AG in der achten Klasse. In den 18 Doppelstunden von November bis Ende März erhalten die jeweils 16 Teilnehmer einen Überblick über die Erste Hilfe, um sich anschließend mit schulrelevanten Einsatzfeldern auseinanderzusetzen. Das Anlegen von Verbänden, die stabile Seitenlage oder auch der Umgang mit dem Defibrillator (AED) sind Teil der Ausbildung. Mögliche Unfallszenarien werden nachgestellt und auch organisatorische Dinge (Wo bekomme ich im Ernstfall Hilfsmaterialen her? Wie verhalte ich mich bei einem Zwischenfall in der Sporthalle?) thematisiert.

Verbindlich aktiv im Schulsanitätsdienst tätig sind die ausgebildeten Schüler dann in der 9. und 10. Klasse. In der Oberstufe können sie dann wählen, ob sie den Dienst fortführen möchten.

Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.