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WARDENBURG Klare Mehrheit im Kreistag für die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Wardenburg und ein deutlicher Elternwille: Das alles spielt keine Rolle mehr, wenn der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Donnerstag, 10. September, 17 Uhr keine Mehrheit für einen Kooperationsvertrag mit der Gemeinde Hatten zustande bringt.

Denn nur wenn gewährleistet ist, dass die Wardenburger Schüler, die nicht die IGS besuchen, zur Waldschule nach Sandkrug kommen, ist eine Grundvoraussetzung des Kreis-Antrags bei der Landesschulbehörde erfüllt. „Wir erwarten, dass der Rat den Willen der Eltern respektiert“, sagt Gemeindeelternratsvorsitzende Anke Osterloh. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Ingrid Haake, die zugleich Elternratsvorsitzende der Grundschule Hohenfelde ist, sowie Heidi Kromminga (Elternratsvorsitzende Grundschule Wardenburg und Elternratsmitglied der Everkampschule) appelliert sie an die Entscheidungsträger, den Antrag für eine IGS in Wardenburg nicht durch die Hintertür zum Stolpern zu bringen.

Mehrheit fährt schon Bus

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„Über die zusätzliche Wahlmöglichkeit der Eltern, welche Schulform für ihre Kinder am geeignetsten ist, sollten alle froh sein“, meint Osterloh. Fragen wie die nach dem Verkaufspreis der Everkampschule seien ein Nebenschauplatz und sollten nicht mit der IGS verknüpft werden, meinen die Elternvertreter. „Nachdem sich schon der Kreistag klar für eine IGS in Wardenburg ausgesprochen hat, steht der Gemeinde eine andere Entscheidung nicht gut zu Gesicht“, fügt Haake hinzu. Das von Gesamtschulgegnern gern benutzte Argument, eine IGS führe zu einer Art „Kinderlandverschickung“ sei falsch. Bereits jetzt müssten viele Kinder und Jugendliche Schulbusse benutzen.

Letzteres betont auch SPD-Ratsherr und 1. stellvertretender Bürgermeister Detlef Sonnenberg. Von 194 Grundschülern aus der Gemeinde Wardenburg hätten im Schuljahr 2008/2009 nur 42 die Everkampschule als weiterführende Schule besucht und damit die Chance gehabt, zu Fuß oder mit dem Rad die Schule zu erreichen. Der große Rest (152) – zum Teil aus den umliegenden Dörfern – sei dagegen auf Busse angewiesen, um Gymnasien in Oldenburg oder Ahlhorn zu besuchen. „Vielen Kinder in unserer Gemeinde wird schlicht eine weitere Bildungschance genommen, wenn die IGS in Wardenburg scheitert“, warnt Sonnenberg. Eine Mehrheit für den Kooperationsvertrag sei unabdingbare Voraussetzung für die Gesamtschule: „Ich hoffe, jedem ist die Tragweite dieser Entscheidung klar.“

Kein Fraktionszwang

In den Ratsfraktionen sind offenbar noch längst nicht alle Richtungsentscheidungen gefallen. „Wir beraten noch mal am Montag“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Armin Köpke. „Einen Fraktionszwang wird es aber bei der Abstimmung nicht geben.“ Heinz Brigant (SPD) sieht seine Fraktion dagegen bezogen auf die IGS geschlossen. „An einer Rahmenvereinbarung darf diese wichtige Entscheidung nun wirklich nicht scheitern.“ FWG-Ratsherr Eckhart Reinert will sich mangels Fraktionskollegen noch mit den FWG-Mitgliedern beraten. Einerseits toleriere er den Elternwillen, andererseits säße er für alle Bürger im Rat, schwankt er in seiner Haltung. Ihm liegen die „miesen Verkaufsbedingungen“ für die Schule im Magen.

Die FDP-Fraktion macht ihre Zustimmung laut Vorsitzender Kora Heißenberg von einem Änderungsantrag abhängig. Der Kreis müsse garantieren, dass kein Wardenburger in den ersten Jahren per Losentscheid von der IGS abgewiesen werde, und die Vergabe der Hallenzeiten an die Sportvereine solle Sache der Gemeinde bleiben.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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