Wardenburg „Oma und Opa sind 100 Kilometer weit weg und ins Büro hätte ich meine Tochter vielleicht mal einen Tag mitnehmen können.“ Evelyn Piklaps aus Hundsmühlen ist froh, dass sie für ihre Tochter Lucia einen von 60 Notdienstplätzen im Wardenburger Kindergarten an der Röbeler Straße „ergattern“ konnte.

Mehr als 500 Kinder

Am Montag war für die Erzieherinnen und Erzieher der kommunalen Kindertagesstätten in der Gemeinde Wardenburg der Tag eins des unbefristeten Streiks. Mehr als 500 Kinder waren in den vier Einrichtungen in Littel, Achternmeer, Tungeln und Wardenburg samt Krippen und Hort betroffen. Um eine verlässliche Notdienstbetreuung zu gewährleisten, ist die Gemeinde Wardenburg einen eher ungewöhnlichen Weg gegangen.

Wie bereits berichtet, schloss sie mit der Gewerkschaft Verdi eine Notdienstvereinbarung über die Zeit vom 11. bis zum 21. Mai (ausgenommen ist der Brückentag 15. Mai). „Außer Wardenburg hat diesen Weg nur noch eine Gemeinde im Kreis Friesland gewählt“, weiß Maren Kaltschmidt, Gewerkschaftssekretärin im Verdi-Bezirk Weser-Ems. „Wir machen das auch nur, wenn alle Einrichtungen einer Kommune bestreikt werden.“

Acht Betreuungskräfte

In der Vereinbarung habe Verdi zugesichert, eine Notdienstbetreuung mit 60 Plätzen an der Röbeler Straße sicherzustellen, sagte Maren Kaltschmidt auf Nachfrage der NWZ . Betreut würden die Kinder jeweils von 7.30 bis 15 Uhr zeitgleich von acht Personen, zusammengesetzt aus gewerkschaftlich organisierten Kräften und aus unorganisierten Kita-Mitarbeitern, die sich für diese Aufgabe freiwillig bereit erklärt hätten. „Wir wollten die Eltern nicht komplett im Regen stehen lassen, denn die meisten unterstützen ja auch die Forderung nach einer besseren Bezahlung für die Erzieher ihrer Kinder“, so Kaltschmidt.

„Ich habe viel Verständnis für die Erzieher. Hätte ich nicht arbeiten müssen, hätte ich am Montag in Oldenburg am liebsten mitgestreikt“, sagte eine 40-jährige Mutter aus Tungeln, die nicht genannt werden will, beim Abholen ihres vierjährigen Sohnes. Etwas anders sieht es Katja Friese: „Ich finde es nicht gut, diesen Streik auf dem Rücken der Kinder auszutragen. Ich könnte es mir als Krankenschwester gegenüber den Patienten auch nicht erlauben.“ Ohne Notdienstplatz wäre es für sie sehr schwer geworden, eine private Betreuung zu finden.

Eine Alternativlösung fanden Mütter und Väter der Kita in Littel. Sie organisierten in der Turnhalle der Sportfreunde Littel-Charlottendorf eine Elternbetreuung, zu der am Montag 18 Kinder erschienen.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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