Ganderkesee Verschiedene Redner verwendeten unterschiedliche Adjektive – aber alle meinten das Gleiche: „Beeindruckend“, „erstaunlich“, „unglaublich“ sei, was binnen fünf Monaten an der Schulze-Delitzsch-Straße im Ganderkeseer Gewerbegebiet Westtangente entstanden ist. Derart überschwängliches Lob erhielten die Initiatoren, Anleiter und Teilnehmer des Werkstattprojekts der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) am Mittwoch bei der offiziellen Einweihung.

Seit Anfang Februar werden in der Halle eines ehemaligen Metalltechnik-Betriebes Langzeitarbeitslose in den Arbeitsfeldern Textil, Medien, Fahrradtechnik, Gartenbau sowie Holz und Möbel geschult und betreut, damit sie wieder eine Chance auf dem Arbeitsmarkt finden (die NWZ  berichtete). Viele der derzeit 25 Teilnehmer – ab 1. Juli werden es 30 sein – haben zusätzliche Handicaps wie Krankheit, Sucht oder ein hohes Alter, die eine Wiedereingliederung in ein geregeltes Berufsleben erschweren.

„Hier sammeln sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder Erfahrungen, die wichtig sind für die Entwicklung des Arbeits- und Sozialverhaltens“, betonte Sabine Behrens, Leiterin der Arbeitsintegration im Jobcenter des Landkreises Oldenburg. Soziale Kontakte, feste Tagesstrukturen oder der Abbau von Kommunikationsdefiziten verschafften den Langzeitarbeitslosen neues Selbstvertrauen. Ein kleines Entgelt sorge für zusätzlichen Anreiz.

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„In diesem Projekt entsteht für sie die Möglichkeit, wieder eine Perspektive zu entwickeln“, sagte Annegret von Essen, Leiterin der Fachstelle Sucht im Landkreis Oldenburg. Die Fachstelle ist immer dienstags zur persönlichen Beratung vor Ort in der Werkstatt – denn, so von Essen, „Arbeitslosigkeit und Sucht sind eng miteinander verbunden.“ Das eine führe oft zum anderen – und umgekehrt.

Die gute Zusammenarbeit mit der Werkstatt hob Erich Kurzawski vom Ganderkeseer Arbeitskreis Flüchtlinge hervor. An der Schulze-Delitzsch-Straße werden gebrauchte Fahrräder auf Vordermann gebracht, um sie an Flüchtlingsfamilien weiterzugeben. Und Teilnehmer im Bereich „Medien“ entwickeln Puzzle- und Memoryspiele, die der Arbeitskreis zur Sprachförderung einsetzen will.

Sehr viel Motivation habe sie unter den Projektteilnehmern erlebt, würdigte die stellvertretende LEB-Regionalleiterin Gabriele Vogel-Wellmann. Das sei auch ein Verdienst der Mitarbeiter um Werkstattleiter Willi Albers. Dieser bedankte sich für die große Unterstützung von verschiedenen Seiten, die schon bei der Immobiliensuche und Einrichtung begonnen habe: „Es ist schön, dass wir hier nicht allein sind.“ Er wünsche sind noch viele weitere Kooperationspartner, so Albers. Und Erfolge wie diesen: Ein Projektteilnehmer hat bereits einen festen Job gefunden.


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Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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