NEERSTEDT Aktionen gibt es heutzutage viele an den Schulen. Da geht es mal um die Ernährung, dann um Sport oder Gesundheitserziehung. Auf „Nachhaltigkeit statt Projektitis“ setzt das Kooperationsmodell „Gesund Leben Lernen“ (GLL). Gleich fünf Schulen aus Wildeshausen und Neerstedt nehmen seit Sommer 2009 an dem zweijährigen Projekt teil: die Grundschule Neerstedt, die Sprachheilschule Neerstedt, die Hunteschule, das Gymnasium und die Privatschule Gut Spascher Sand, alle Wildeshausen. Ihr Fazit bei einem Pressegespräch am Dienstag in Neerstedt war eindeutig: Dieses Projekt hat ihnen eine Menge gebracht. „Das war sehr hilfreich“, so Heike Schaal, GLL-Steuerkreisleiterin am Gymnasium, über die vielen Informationen, so zu möglichen Kooperationspartnern. „Die Motivation von außen ist viel wert“, unterstrich Neerstedts Schulleiter Ufke Janssen die gute Betreuung.

AOK-Präventionsberaterin Katrin Kürzel-Swierzy betreut vier der fünf Schulen, Kollegin Karin König-Schneider begleitet das Wildeshauser Gymnasium. Die Zielsetzung war überall gleich: Die „Organisation Schule“ zu einer gesunden Lebenswelt für alle Beteiligten zu machen, also Schüler, Lehrkräfte und weitere Mitarbeiter zu betrachten und ein effizientes Gesundheitsmanagement langfristig im Alltag zu verankern. Dazu wurden jeweils Steuerungsgruppen gebildet, in denen alle Gruppen an einer Schule (einschließlich der Eltern) vertreten sind. Sie machten zunächst eine Bestandsaufnahme, um die unterschiedlichen Probleme zu erkennen und sich dann an die Verbesserungen der Situation zu machen.

In Neerstedt gibt es auch eine Schüler-GLL, berichteten die Schulleiter Ufke Janssen und Jürgen Möhle. Die Kinder selber gestalteten die Spielzeugausleihe um, so dass jetzt jeder in der Pause per Pass sein Spielgerät ausleihen kann. Die Ausgabe wird von den Kindern verwaltet. Es klappt gut: „Seitdem wird Sandspielzeug nicht mehr verbuddelt, und Bälle kommen zurück“, so Janssen. Die Lehrer stellten die Stundenpläne um, bauten eine richtig lange Pause ein und verbannten das Telefon aus dem Lehrerzimmer. „Damit haben wir die Allzeitverfügbarkeit von Lehrkräften geändert.“

Für die Hunteschule berichteten Kathleen Weiß und Thomas Trüper von der „bewegten Pause“. Innerhalb von GLL erwähnten sie auch Schulhofgestaltung, gemeinsame Mahlzeiten und den Ernährungspass. Ziel sei eine „Wohlfühlatmosphäre“, so Schulleiter Trüper.

Auch an der Privatschule Spascher Sand sei ein ganzes Bündel an Themen angepackt worden, sagte Petra Sechting. Sie nannte Gewaltprävention, Ernährung, Hochbegabung und individuelles Lernen.

Im Alltag des Wildeshauser Gymnasiums hat sich schon konkret etwas geändert. Bei den Sanitärräumen gab es erste Verbesserungen, zudem soll die Sanierung der Toiletten auf diesen Sommer vorgezogen werden, berichtete Heike Schaal. 21 Kinder lassen sich zudem derzeit erstmals zu Schulsanitätern ausbilden. Weitere GLL-Zirkel beschäftigen sich mit den Themen Essen, Trinken, soziales Klima und aktive Pause.

150 Schulen (von insgesamt 3317) haben sich seit 2003 landesweit an „Gesund Leben Lernen“ (GLL) beteiligt. Es ist ein Kooperationsprojekt der Landesverbände der gesetzlichen Krankenkassen und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen.

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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