Ganderkesee Spätestens seit dem Peter-Pan-Film „Hook“ weiß jeder: Für Kinder kann Essen gar nicht bunt genug sein. Kein Wunder also, wenn die Schützlinge von Claudia Siemers am liebsten „lila Suppe“ mögen oder „rosa Pfannkuchen“. Aber auch kein Problem für die Ganderkeseerin: „Lebensmittelfarbe ist schon toll“, schmunzelt sie.

So bunt wie das Mittagessen ist alles bei der Kindertagespflegerin in der Gustav-Weißkopf-Straße: die hölzernen Kinderbänke, die Plastikkugeln im großen Bällebad, die vielen Papierschmetterlinge an der Wand – der ganze Berufsalltag. „Das Schöne ist“, meint Claudia Siemers, „dass ich eine Arbeit mache, die so unendlich positiv ist.“

Qualifizierungskursus ab September

Qualifizierung in der Kindertagespflege heißt ein Kursus, den das Kreisjugendamt über Träger der Erwachsenenbildung regelmäßig anbietet. Die regioVHS Ganderkesee-Hude startet den Kursus wieder am Freitag, 16. September, 18 Uhr, im Alten Rathaus.

In 160 Stunden wird pädagogisches und psychologisches Grundwissen vermittelt, werden Arbeitsbedingungen oder rechtliche und finanzielle Grundlagen thematisiert. Der Kursus kostet 200 Euro, bis zu 100 Euro werden bei erfolgreichem Abschluss erstattet.

Und das kann jede(r): Voraussetzungen sind geeignete Räumlichkeiten, pädagogisches Geschick, eine stabile Persönlichkeit – und 160 Stunden Zeit für den Qualifizierungskursus zur Tagespflegeperson, den zum Beispiel die regioVHS Ganderkesee-Hude anbietet.

Solche Leute werden jedenfalls händeringend gesucht: Frauen (und prinzipiell auch Männer), die die Kinder anderer Eltern betreuen. „Das Angebot an Tagespflegeplätzen ist knapp“, weiß Hildegard Schmitz-Neumann vom Jugendamt des Landkreises Oldenburg. „Und die Nachfrage steigt, gerade in Stadtrandgebieten.“

Kreisweit gibt es derzeit 123 ausgebildete Tagespflegekräfte. In der Gemeinde Ganderkesee sind es 19, elf davon stellen aktuell ihre Dienste zur Verfügung. So wie Claudia Siemers, die vor sechs Jahren den Qualifizierungskursus begonnen hat. „Jetzt ist das mein Beruf“, sagt sie selbstbewusst. Sechs Euro pro Tag und Kind verlangt sie von den Eltern, der Landkreis bezuschusst jeden Platz mit 4,30 Euro – nach fünfjähriger Tätigkeit sogar mit 4,50 Euro. Zu Beginn gibt es außerdem eine Förderung von 100 Euro pro Platz.

Das Geld ist aber nicht der wesentliche Punkt: „Ich kann zuhause arbeiten und bin mein eigener Chef“, sagt Claudia Siemers. Und ihre eigene Tochter ist mit der Gruppe aufgewachsen und hat dabei „ein tolles Sozialverhalten entwickelt“, wie die Mutter mit Stolz feststellt.

In der kleinen Gruppe fassen die Kinder leichter Vertrauen zueinander – auch das ist für Hildegard Schmitz-Neumann ein Grund, warum sich immer mehr Eltern gezielt für die private Tagespflege interessieren. Und die Betreuung ist sehr flexibel.

Claudia Siemers zum Beispiel, die zurzeit fünf Kinder im Krippenalter bei sich hat, deckt mit ihrem Angebot Randzeiten und Schichtdienste ab oder springt auch mal am Wochenende ein. „Das kann kein Kindergarten.“ Auch deshalb wünschen immer mehr Eltern einen Tagespflegeplatz.


Mehr Infos unter   http://lkol.betreuungsboerse.net 
Kursus:   www.regiovhs.de 
Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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