WILDESHAUSEN „Sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen“, zeigte sich Ria Schnucke vom Auftritt Renan Demirkans am Sonnabendabend in der Kreisstadt begeistert. Die gebürtige Türkin wanderte erbarmungslos und humorvoll durch alle Epochen und räumte mit falschen Muttervorstellungen auf. Die vom Kulturkreis Wildeshausen organisierte Lesung „Die Hände meiner Mutter“ lockte rund 100 Zuhörer ins Forum des Gymnasiums.

Ein Kind zu kriegen ist nicht schwer – Mutter sein dagegen sehr. „Sie scheißen in die Windeln, sabbern uns die Blusen voll und sprechen jahrelang keinen vollständigen Satz – und doch besitzen sie eine göttliche Kraft, uns zu verändern“, sagte Renan Demirkan. Und die Erfolgsautorin und Schauspielerin bekennt: „Ich wollte immer Kinder, weil ich selbst gerne ein Kind war.“

Auch die Pubertät sei ein Minenfeld, denn der Nachwuchs entwickele sich zu einem fleischgewordenen Widerspruch, so die Grimme-Preisträgerin. Bei typischen Sätzen wie „Mama, du bist so peinlich“ wurden die ersten Lacher im Publikum hörbar.

Während der Schwangerschaft drehe sich alles nur ums Essen und am Ende des Monats zeige die Waage auch schon mal 25 Kilogramm mehr an. „So viel Rendite bringt Ihnen kein Fonds“, scherzte die in der Türkei geborene Renan Demirkan.

„Auch in der Religion kommen wir Frauen schlecht weg“, erzählte Renan Demirkan. Der Grund: Die Genesis besage, dass als Mensch eigentlich nur die Männer gemeint seien. Doch Renan Demirkan kontert: „Was ist, wenn ein Mann 80 Prozent seines Gehirn verliert? Antwort: Seine Frau hat ihn verlassen!“ – Großes Gelächter im Publikum. Und die Männer der Schöpfung bekamen auch weiterhin ihr Fett weg. Während der Schwangerschaft würden Männer den Drang entwickeln, alles reparieren zu wollen – doch im Haushalt bliebe alles beim Alten. „Das Phänomen kommt mir bekannt vor“, verriet Zuschauerin Ria Schnucke.

Nach ihren Geschichten vom Mutterwerden und Muttersein zog Renan Demirkan ein positives Fazit: „Frau sein ist ziemlich schön, aber Mutter sein noch viel, viel mehr.“

Renan Demirkan konnte die Wildeshauser überzeugen. „Mir hat ihr Temperament und ihre Belesenheit besonders gefallen“, erzählte Christine Bohle. „Ich habe selten so etwas Lebendiges gesehen“, zeigte sich Lothar Klawonn begeistert. „Ihre Gestik und Mimik waren einfach klasse“, ergänzte seine Ehefrau Ulla. Auch Werner Stommel war mit dem Auftritt von Renan Demirkan sehr zufrieden. „Ich habe viele positive Rückmeldungen erhalten“, zog der Kulturkreis-Vorsitzende ein positives Resümee.

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