Klattenhof /Landkreis Den Stühe erkunden, dabei allerhand Wissenswertes über den Wald, das Holz und die Jagd erfahren – und das alles auf Plattdeutsch: Ein neues Projekt unter dem Motto „Von Holt und Wald upp platt“ bietet der Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde Dötlingen und des Landkreises Oldenburg, Gerold Schnier, ab Februar an.

Zweistündige Rundtour

Plattdeutsch sprechen, bevor man in die Schule kommt und hier erst Hochdeutsch lernen: So hat es Gerold Schnier in seiner Kindheit noch erlebt. Dass sich das in den vergangenen Jahrzehnten massiv gewandelt hat, daraus macht der Klattenhofer keinen Hehl. Aus den Städten ist die Sprache nahezu verschwunden und auch auf dem Land sprechen vor allem Kinder immer weniger plattdeutsch. „Wichtig ist es, dass man die Sprache nicht nur lernt, sondern dann auch jemanden hat, der mit dir spricht. Das kommt aber immer seltener vor“, sagt Schnier. Gerade deshalb sei es wichtig, Angebote für die plattdeutsche Sprache anzubieten. So wie die Wanderung durch den Stüher Wald.

Unterstützung

Aktuell ist Gerold Schnier alleine als Plattdeutschbeauftragter für den Landkreis Oldenburg zuständig.

In der Vergangenheit wurde das Amt dagegen von Duos ausgeübt. Vor Schnier waren Angela Hillen und Anne Schrader die Plattdeutschbeauftragten, davor war Hillen gemeinsam mit Detmar Dirks tätig.

Gerold Schnier würde sich über eine plattdeutsch sprechende Unterstützung freuen. Wer Interesse hat, kann sich bei ihm unter Telefon  04432/1470 melden.

„Die Idee hat sich aus der Ferienpassaktion im vergangenen Sommer entwickelt“, berichtet Schnier. Damals war er mit Kindern für die Jägerschaft im Wald unterwegs. Jetzt richtet sich das Angebot an alle Altersgruppen und soll von Februar bis Oktober immer am ersten Samstag im Monat stattfinden. „Unser etwa zweistündige Rundgang führt auch über einen Holzverarbeitungsbetrieb in Klattenhof“, verrät der 60-Jährige.

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Seit drei Jahren ist er bereits in der Gemeinde Dötlingen als Plattdeutschbeauftragter aktiv, im Juli übernahm er dieses Amt auch auf Kreisebene. „Ich werde bei meiner Arbeit vom Landkreis sehr gut unterstützt“, sagt Gerold Schnier. Er könne selbst Themenschwerpunkte setzen und Projekte initiieren.

AG in Grundschule

Für die Gemeinde Dötlingen hat Schnier im vergangenen Schuljahr an der Dötlinger Grundschule eine Plattdeutsch-AG angeboten. Zwölf Kinder mit unterschiedlichen Kenntnissen nahmen daran teil. „Einige hatten noch nie vorher Plattdeutsch gesprochen. Es hat viel Spaß gemacht und ich war immer wieder überrascht, wie schnell die 45 Minuten zu Ende warne“, sagt der Klattenhofer. Ab Februar soll das Angebot eine Fortsetzung finden.

Dieses und weitere Projekte zeigen aber, dass die plattdeutsche Sprache noch immer nicht ausgestorben ist – und Spaß machen kann. „Plattdeutsch bedeutet übersetzt, dass es allgemeinverständlich ist“, erklärt Gerold Schnier.

Besonders im vorletzten Jahrhundert war es weit verbreitet. Erst als die Bibel übersetzt wurde, verlor die Sprache erstmals an Bedeutung. „Sie umschreibt viele Worte und ist dadurch nicht so direkt“, sagt Schnier. „Gerade bei negativen Dingen fühlt man sich nicht gleich vor den Kopf gestoßen.“

Wer sich mit Plattdeutsch bisher noch nicht auseinandergesetzt hat und die Sprache kennenlernen möchte, ist zu den Gängen durch den Wald ebenfalls herzlich eingeladen. Erster Termin des Rundgangs „Von Holt und Wald upp platt“ ist am Samstag, 1. Februar. Treffen ist um 14 Uhr am Wanderparkplatz im Stühe, Stüher Straße, am Ortseingang Immer. Um vorherige Anmeldung unter Telefon  04432/1470 wird gebeten.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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