Großenkneten Wenn das kein Kompliment für den traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde Großenkneten war. „Wir können es uns gar nicht mehr vorstellen, die ersten Januartage ohne Euch zu verbringen“, sagte der Bürgermeister von Suprasl, Dr. Radoslaw Dobrowolski, am Dienstagabend in seinem Grußwort im Gasthaus Kempermann. Nur für diesen Abend hatte die siebenköpfige Delegation den weiten Weg von 1300 Kilometern auf sich genommen, um bei der Partnergemeinde zu sein und ein frohes neues Jahr zu wünschen. Damit hatte die Polen die definitiv längste Anreise unter den rund 170 Gästen im vollen Saal.

Traditionsveranstaltung

Neben den örtlichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Kirchen, Schulen, Betreuungseinrichtungen, aus Vereinen, Verbänden und sozial engagierten Initiativen hatten noch einige anderen Gäste weitere Strecken absolviert, um bei der Traditionsveranstaltung der Gemeinde dabei zu sein. So war Dr. Marco Trips, der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, der Einladung als Gastredner gefolgt und aus Hannover angereist. Die Landtagsabgeordneten Renate Geuter und Karl-Heinz Bley waren ebenso zugegen wie Landrat Carsten Harings und mehrere Bürgermeister der Nachbarkommunen.

Mit Rettungsweste als Gegenstand des Jahres: Dr. Marco Trips bei seiner Rede beim Neujahrsempfang. BILD: Ulrich Suttka
Mit Rettungsweste als Gegenstand des Jahres: Dr. Marco Trips bei seiner Rede im Gasthaus Kempermann. BILD: Ulrich Suttka

Digitalisierung als megathema

Als „Lobby der Gemeinden“ hat Präsident Dr. Marco Trips den Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund charakterisiert. Er zeigte sich vom Großenkneter Neujahrsempfang angetan: „Sehr gut“ habe es ihm gefallen sagte er zur NWZ .

Die Digitalisierung und Vernetzung bezeichnete er als das große Thema der Zukunft. Der Science-Fiction-Fan demonstrierte am Beispiel eines Star- Wars-Schauspielers der 70er Jahre, wie heute jener Mann lebensecht wieder in neue Produktionen eingebaut werden könne. Künstliche Intelligenz werde zum großen Thema, prophezeite er. In den Kommunen komme dem Breitbandausbau hohe Bedeutung zu.

Als Gegenstand des Jahres hielt Marco Trips eine Rettungsweste hoch, für ihn ein Sinnbild der Flüchtlingsströme. Nur durch den ehrenamtlichen Einsatz sei es gelungen, die vielen Flüchtlinge in 2015/16 erfolgreich aufgenommen zu haben, betonte er.

Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke hieß sie allesamt willkommen zu einem Abend mit Musik von Gruppen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, drei Reden, einem Büfett und viel Gelegenheit zum Klönschnack und zur Kontaktpflege an den Tischen.

Am Saaleingang nahm Schmidtke mit Ehefrau Monique jeden Gast einzeln in Empfang. Erstmals an seiner Seite: der neue Ratsvorsitzende Torsten Deye mit Ehefrau Kerstin. Der langjährige Ratsvorsitzende und jetzige Ehrenbürger Heinz Heinsen und Ehefrau Heidrun wurden später eigens begrüßt.

In seiner Ansprache warf Schmidtke den Blick zurück und nach vorne. Er erinnerte an „stolze 10,5 Millionen Euro“, die in eine ganze Reihe von Vorhaben zur Weiterentwicklung der Gemeinde investiert worden sein. Exemplarisch nannte er den Kunstrasenplatz in Großenkneten und den Anbau am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn. Schmidtke: „Auch wenn sich die Gewerbesteuereinnahmen mit 8,5 Millionen Euro nicht mehr auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, so werden wir auch 2017 wieder so einiges an Großprojekten anschieben beziehungsweise abschließen.“

Investitionen

Er nannte den Bau einer neuen Zweifeld-Sporthalle in Ahlhorn. Er kündigte an, dass mit dem Bau des Gebäudes auf dem Grundstück an der Straße „Zum Sportzentrum“, unmittelbar neben dem Gymnasium „zeitnah“ begonnen werden könne. In diesem Gebäude wird es auch eine integrierte Mensa geben, für die eine weitere Million Euro im Haushalt veranschlagt ist. Dann könne auch endlich die „gruselige Containerburg verschwinden“, so dass die Umgestaltung des Pausenhofes folgen könne.

Bei der Kinderbetreuung werden der Neubau einer Kindertagesstätte mit zwei Gruppenräumen in absehbarer Zeit auf dem gemeindeeigenen Grundstück am Lemsen in Ahlhorn angepackt. Schmidtke meinte dazu zufrieden: „Sie sehen: Schwerpunkte unserer Arbeit waren, sind und bleiben die Kinderbetreuung und die Bildung.“

Hinzu komme noch eine Menge kleinerer investiver Vorhaben. Dafür müsse die Gemeinde zu einer moderaten Kreditaufnahme greifen. „In der Hoffnung, dass es ein einmaliger Vorgang bleibt“, so der Bürgermeister.

Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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