Wildeshausen In der Schule soll man bekanntlich fürs Leben lernen. Wofür man später welche Formeln braucht, ist manch einem Jugendlichen nicht immer klar. Aber freies Argumentieren, Reden, Diskutieren – das ist eine wichtige Eigenschaft, die man im privaten wie beruflichen Leben gut einsetzen kann.

Nach einem Pilotversuch letztes Jahr ist das Gymnasium Wildeshausen jetzt offiziell Projektschule von „Jugend debattiert“. Und am Dienstag, 13. Januar, findet der Schulentscheid im Debattieren statt.

Dahinter steckt eine Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Bundesweit werden an den teilnehmenden Schulen in der Mittel- und Oberstufe Unterrichtseinheiten durchgeführt, in denen Schüler lernen, sehr strukturiert zu argumentieren. Ähnlich wie im Bereich des Vorlesens gibt es Wettbewerbe, in denen sich die jeweils Besten der Klasse, der Schule, der Region und des Bundeslandes für eine höhere Ebene qualifizieren. Das Finale findet jedes Jahr im Juni in Anwesenheit des Bundespräsidenten in Berlin statt.

„Jugend debattiert“ ist ein Projekt, das gleichermaßen schüchterne, schwache wie auch sehr begabte Schüler fördert: Sie lernen, sich einzumischen, mitzureden, zu überzeugen. Im Rahmen des Unterrichts wird intensiv das „Auf-den-Punkt-Kommen“ und das korrekte Argumentieren erlernt, was insbesondere die Noten für Klassenarbeiten in den geisteswissenschaftlichen Fächern verbessern kann. Die Schüler üben, frei zu reden und auf andere einzugehen, beim Thema zu bleiben, eigene Argumente zu finden und die Argumente anderer genau zu prüfen. Trainiert wird auch die Konfliktfähigkeit, d. h. gegensätzliche Meinungen auszuhalten und Konflikte mit Worten zu lösen.

Die Gewinner der jeweiligen Wettbewerbsstufen können interessante Preise gewinnen. Die Landes- und Bundessieger werden in das sogenannte „Alumni-Programm“ aufgenommen, ein Netzwerk von „Jugend-debattiert“-Siegern, die sich gegenseitig im weiteren Verlauf ihrer Karrieren unterstützen können.

Die Debatten finden nach festen Regeln statt: Je zwei Schüler vertreten die Pro- und die Kontraposition zu einer aktuellen, offenen Fragestellung, wie z.B.: Sollten Jugendliche mit 16 schon an Bundestagswahlen teilnehmen dürfen? Soll die Türkei in die Europäische Union aufgenommen werden?

In einer zwölf-minütigen freien Aussprache geht es darum, möglichst genau aufeinander einzugehen. Wann dreht sich die Argumentation im Kreis? Welche Äußerungen sind unsachlich? Welche Argumente sind nicht zu widerlegen? Eine Jury bewertet dann die Leistungen.

Für das Projekt geschult wurden bereits die Lehrkräfte Tanja Krönke und Birgit Bruhns.

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