GANDERKESEE Als Weinkenner weiß Joachim Hüneberg, dass es nicht allein auf die Sonne ankommt. Boden und Lage sind für die Güte der Trauben mindestens ebenso wichtig. Und der Standort Steinacker müsse wohl ein guter sein, wenn er einen solchen „ganz besonderen Jahrgang“ hervorbringt, glaubt der Leiter der Haupt- und Realschule Ganderkesee. Und besonders sei der nicht allein deshalb, weil es der erste gemeinsame ist.

Spuren hätten die Absolventen an der Schule hinterlassen, so Hüneberg, der damit ausdrücklich nicht die Kaugummis auf dem Campus meinte. „Euer Weg führt euch jetzt in andere Räume. Hinterlasst auch hier eure Spuren.“ Und auch noch einen guten Tipp hatte der Schulleiter: „Vermeidet ein Leben auf der Kriechspur. Aber auch eins auf der Überholspur, das kann ungesund sein.“

Statt Tipps zum Wein hatte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas den Absolventen ein Cocktail-Rezept mitgebracht – streng alkoholfrei. Die Zutaten: eine Packung Zeit, einen Sack voll Informationen, Motivation, ein Schuss Energie und Begeisterung sowie eine Portion Neugier. „Jeder Cocktail ist einmalig, unterscheidet selbst, ob euch der Cocktail schmeckt oder im Hals stecken bleibt.“ An die Eltern gewandt, meinte die Bürgermeisterin: „Lassen sie ihre Kinder los, aber niemals fallen.“

Regierungsschuldirektor Klaus Kapell fand es „fantastisch, was hier in wenigen Monaten zusammengewachsen ist“. Er rief die Absolventen auf, auch künftig Zivilcourage zu zeigen und genau hinzusehen. „Und dann sprecht die Wahrheit laut aus. Seid tatkräftig und mischt euch ein.“

Zuvor hatten die Schülervertreter Theresa Stahmann, Björn Ahlers und Marcel Rotolo die rund 300 Gäste in der Mensa des Schulzentrums mit dem Abc der Schule bestens unterhalten. Die alphabetische Reise ging von A wie Arbeiten über C wie Chaos („obwohl es eigentlich recht harmonisch zuging“) und J wie Jugendliche („wir kamen als Kinder, verbrachten hier Zeit als Jugendliche und verlassen die Schule als junge Erwachsene“) bis hin zu N wie Nachsitzen („es bringt absolut nichts“), R wie Rechtschreibreform („steht für das ganze Durcheinander in der Schulpolitik“) der „Buchstabenkatastrophe“ Y und Z wie Zeugnis.

Von denen hatten die Klassenlehrer zum Abschluss der Feier mit rund 300 Gästen in der Mensa insgesamt 99 auszugeben – 89 an Zehntklässler, zehn an Neuntklässler.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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