Hude /Vielstedt „Es war ein schöner Abend, nur schade, dass der Mond nicht so ganz mitgespielt hat“, sagt Hartmut Langetepe. Der Huder Hobbyastronom und sein Kollege Dr. Günter Alfs hatten sich schon Tage vorher einen idealen Standort im Raum Hude-Vielstedt ausgeguckt, um die totale Mondfinsternis zu beobachten und zu fotografieren. Doch als es so weit war am Freitagabend, haben sie lange Zeit den Mond überhaupt nicht gesehen. „Irgendwann konnte man immerhin eine rote Scheibe erahnen“, so Hartmut Langetepe.

„Es war leider viel zu dunstig“, erklärt Günter Alfs. Das sei „Künstlerpech“ nimmt er es gelassen, wie auch die knapp 15 Leute, viele mit Kameras, die sich ebenfalls an diesem Standort in Vielstedt einfanden, um das besondere Himmelsspektakel mitzuerleben. „Entschädigt wurden wir durch die Gastfreundschaft von Anke und Erhard Meyer, die ein Bier ausgegeben haben“, sagt Alfs. Insgesamt sei das Empfinden der Enttäuschung eher gering gewesen, denn die Atmosphäre auf dem gemähten Kornacker in der lauen Nacht „hatte etwas“, meint Alfs.

Eine kleine Entschädigung gab’s dann noch, als die Raumstation ISS mit Alexander Gerst an Bord in 400 Kilometern Höhe an diesem Abend über Vielstedt flog. „Die Raumstation war wunderbar zu sehen“, so Hartmut Langetepe.

„Eine totale Mondfinsternis kommt öfter vor, wenn auch nicht so eine lange“, tröstet sich Alfs, dass er mit seinem 1000-Millimeter-Spiegelobjektiv an der Digitalkamera nicht so richtig zum Schuss kam. Viel seltener sei eine absolute Sonnenfinsternis. Er habe das Glück gehabt, dieses besondere Himmelsereignis am 11. August 1998 in Süddeutschland beobachten zu können.

Astronomie erklären

Alfs ist pensionierter Lehrer für Deutsch und Politik. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Astronomie. Auslöser waren Schülerfragen wie „Was ist das für ein Stern?“ gewesen, erinnert sich Alfs. Er traf auf Hartmut Langetepe, mittlerweile ebenfalls pensionierter Lehrer für Mathematik und Physik. Gemeinsam entwickelten die beiden Huder Projekte, wie man astronomische Dinge, die eigentlich nicht vorstellbar sind, doch noch vorstellbar machen kann.

Planetenlehrpfad

Auf die Idee von Dr. Günter Alfs und Hartmut Langetepe geht der 1994 eingeweihte Planetenlehrpfad zwischen Wüsting und Hude zurück. Auf sechs Kilometern geht es durchs Weltall. Die Entfernungen und Größenordnungen wurden auf diesem Pfad rund eine Milliarde mal verkleinert.

Der Abstand der Raumstation ISS zur Erde beträgt zum Beispiel in diesem Maßstab gerade mal 0,4 Millimeter, wie Dr. Günter Alfs berichtet. Das zeige die enormen Dimensionen in unserem Sonnensystem. „Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass es im Universum so klein und unbedeutend ist, wie ein Sandkörnchen in der Sahara“, haben Alfs und Langetepe in den Erläuterungen zum Planeten-Lehrpfad geschrieben.

Wer mehr über den Lehrpfad wissen möchte, findet die Infos unter „Themenpfade“ auf der Internetseite der Touristik-Palette (www.touristik-palette-hude.de).

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.