HUDE Selten haben Hudes Kommunalpolitiker so grimmige Entschlossenheit demonstriert wie im Ringen um die Oberschule: Einstimmig votierte der Schulausschuss am Montagabend dafür, den Antrag zur Einrichtung einer Oberschule mit gymnasialem Zweig aufrecht zu erhalten. Weiter heißt es in dem Beschluss: „Die Gemeinde Hude fordert den Landkreis Oldenburg auf, sich mit dem Antrag zu befassen und kurzfristig die notwendige Zustimmung zu erteilen.“ Gleichzeitig äußert der Ausschuss die „Erwartung, dass Landrat Frank Eger Unterstellungen im Zusammenhang mit dem Zustandekommen der Ergebnisse der Elternbefragung zurücknimmt bzw. klarstellt.“

Den Huder Schulausschuss empörte zweierlei: Zum einen, dass sich der Kreis-Schulausschuss mit einer von Eger empfohlenen „Nichtbefassung“ vor einer Entscheidung zu den Auswirkungen des Huder Antrags auf das Graf-Anton-Günther-Gymnasium gedrückt habe, kritisierte CDU-Ratsherr Friedrich Schnabel. „Eine Genehmigung kann aber nur erteilt werden, wenn der Landkreis als Träger des Gymnasiums seine Zustimmung gibt“, so Verwaltungsvize Wolfgang Martens. „Das ist eine Köpenickiade, die sich der Landkreis da erlaubt“, schimpfte Ausschussvorsitzender Carsten Möhlenbrock (CDU). Martens, der Zuhörer der Kreisschulausschuss-Sitzung gewesen war, bemängelte, dass der Landrat, der die Nichtbefassung mit unzureichenden Schülerzahlen für den Haupt- und Realschulzweig begründet hatte, die Situation „nicht objektiv“ dargestellt habe. So habe Eger nicht der Bitte der Huder Gemeindeverwaltung entsprochen, eine am Tag der Sitzung an ihn gesendete E-Mail mit Erläuterungen im Ausschuss vorzutragen.

Zum anderen ist den Hudern eine Äußerung des Landrats über das Zustandekommen der Elternbefragung sauer aufgestoßen. Eger hatte dazu in der Kreisschulausschuss-Sitzung gesagt: „Da geht jemand durch die Klassen und sagt, hier müsst ihr euer Kreuz machen.“ SPD-Ratsherr Peter Zwiener sah darin einen „Affront gegen die Eltern.“ Bürgermeister Axel Jahnz verlangt dafür eine öffentliche Entschuldigung vom Landrat.

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Am Ziel – eine Oberschule mit gymnasialem Zweig – hält der Ausschuss fest: „Jetzt erst recht“, gab sich Marlies Pape (FDP) kämpferisch. Michael Grashorn (Grüne) schlug vor, eine Ministerentscheidung einzufordern. Bürgermeister Jahnz und Nico Rettcher als Rektor der Peter-Ustinov-Schule werden in der nächsten Woche in Hannover ein Gespräch mit Kultusminister Bernd Althusmann haben.

Parallel dazu arbeitet die Verwaltung im Anhörungsverfahren an der Stellungnahme für die Landesschulbehörde. Darin wird deutlich gemacht, dass Hude „natürlich die notwendigen Zahlen für den Haupt- und Realschulbereich erreicht“, so Verwaltungsvize Wolfgang Martens, wenn – wie bisher – nur rund 45 Prozent der Kinder nach der vierten Klasse aufs Gymnasium gehen. Dass es in der Elternbefragung deutliche höhere Zustimmungswerte gegeben hat, sei normal und müsse berücksichtigt werden.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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