Hude Zwei verschiedene Eingänge, der vorgeschriebene Abstand zwischen den Sitzplätzen der Ausschussmitgliedern und ein abgesperrter Bereich für die Bürger: Es war schon alles etwas ungewöhnlich, als am Montagabend der Ausschuss für Schule und Bildung in der Huder Peter-Ustinov-Schule tagte. Zum ersten Mal nach Beginn der Corona-Krise kamen die Politiker der Gemeinde wieder zu einer Ausschusssitzung zusammen.

Vorkehrungen getroffen

„Die besonderen Gegebenheiten sind bekannt, darauf will ich gar nicht weiter eingehen“, eröffnete Ausschussvorsitzender Nils Rüdebusch (CDU) die Sitzung, ehe Bürgermeister Holger Lebedinzew das Wort ergriff. „Wir wollen die Sitzungen grundsätzlich stattfinden lassen, wenn sie wichtig sind“, sagte er. Mit der Mensa der Oberschule als Sitzungsraum könne man die Vorschriften auch einhalten. „Wir beweisen damit, dass wir jederzeit handlungsfähig sind“, so Lebedinzew.

Schwierigkeiten gab es während der Sitzungen indes kaum. Mit lauter Stimme oder Mikrofon waren alle Anwesenden im Raum gut zu verstehen. Einzig bei der Abstimmung haperte es kurzzeitig. Da die Ausschussmitglieder sich durch die Sitzplätze teilweise verdeckten, waren die gehobenen Arme auf den ersten Blick nicht sofort zu erkennen. „Halten sie die Arme doch einfach einen kleinen Moment länger hoch“, bat Sachbearbeiterin Nicole Westermeyer aus der Verwaltung – und schon war das Problem gelöst.

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Wie es mit Rats- und Ausschusssitzungen künftig gehandhabt wird, ließ der Bürgermeister auch durchblicken. „Wir wollen nur die wichtigen Dinge besprechen“, betonte Lebedinzew. „Der Rest wird zurückgestellt.“

Schulsanierung bis 2022

Eines der wichtigen Dinge ist der Bau der Peter-Ustinov-Schule. Bereits seit neun Jahren finden die Baumaßnahmen schrittweise statt, sollen bis 2022 endlich fertiggestellt werden.  Die Maßnahmen: Schon im Februar hatte Architekt Achim Wiechmann die in diesem Jahr geplanten, nicht sicherheitsrelevanten Maßnahmen, erläutert. Dabei geht es hauptsächlich um Bodenbeläge, Wandbeplankung, Deckenverkleidung und neue Beleuchtung. Sie wurden vom Fachausschuss vorerst mit einem Sperrvermerk versehen.  Die Kosten: Bisher haben die Arbeiten Kosten von rund 8,2 Millionen Euro veranschlagt. Für 2020 stehen für die Sanierung im Haushalt Mittel in Höhe von 920 000 Euro zur Verfügung. Mit dem Sperrvermerk versehen waren bisher 460 000 Euro.  Die Einschätzung: „Bisher haben wir für die insgesamt 6700 Quadratmeter Fläche pro Quadratmeter 1230 Euro inklusive Nebenkosten ausgegeben“, berichtete Architekt Wiechmann und sprach dabei von „guten Zahlen“. Bei den letzten Arbeiten würde es sich nun unter anderem um die Flure, die Mensa, die Haustechnik und den Kriechkeller handeln. „Wir erwarten in den nächsten Jahren einen Konjunkturanstieg, die Baukosten werden steigen. Je länger sie warten, desto teurer wird es", vermutet Wiechmann.  Die Meinungen: „Wir haben diese Zahlen sehnlichst erwartet“, sagte Gabriele Klostermann (SPD). Dirk Vorlauf (CDU) schilderte außerdem den Hauptgrund für den veranlassten Sperrvermerk. „Uns fehlte ein Überblick über die gesamten Arbeiten“, erklärte er. Die Gemeinde habe in den kommenden Jahren große Investitionen vor der Brust. „Deshalb benötigen wir für 2021 eine konkrete, abschließende Übersicht“, wünschte sich Vorlauf eine verbindliche Kostenschätzung mit Prioritäten. „Die Zahlen müssen einen abschließenden Charakter haben.“

Abzuwarten schlug hingegen Karin Rohde (Grüne) vor. „Ich denke, dass wir uns in den vergangenen Jahren von einer energetischen zu einer Kernsanierung vorgearbeitet haben“, blickte sie auf die vergangenen Jahre zurück. „Wir wissen aktuell nicht, was sinnvoll ist zu machen.“  Die Abstimmung: Am Ende waren sich die Ausschussmitglieder einig. Sie stimmten der Beschlussvorlage der Verwaltung, den Sperrvermerk aufzuheben, einstimmig zu. „Den Sperrvermerk aufzuheben, gibt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zuletzt wirklich Tag und Nacht daran gearbeitet haben, sicher ein gutes Gefühl“, sagte Bürgermeister Lebedinzew.

Dass trotz der Diskussion ein einstimmiges Ergebnis fiel, war in dieser besonderen Sitzung schon bemerkenswert. Das fand auch Michael Grashorn (Grüne): „Man muss schon sagen, dass auch in der politischen Debatte derzeit irgendwie das Wir-Gefühl im Vordergrund steht. Ich wünsche mir, dass auch hier irgendwann wieder Normalität einkehrt.“

Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
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