Hude /Landkreis „Für die Mehrzahl der Demenzerkrankungen gibt es derzeit noch keine Therapie, die zur Heilung führt. Deshalb liegt das Hauptziel der Behandlung darin, die Lebensqualität der Kranken und ihrer Angehörigen zu verbessern“, heißt es im „Online-Ratgeber Demenz“ des Gesundheitsministeriums. Immer mehr Menschen leben mit der Diagnose Demenz. Hauptrisikofaktor ist dabei wohl das immer höhere Alter.

Der neue Kursus

Der nächste Kursus „Pflege von demenziell erkrankten Menschen“ findet vom 14. Februar bis 14. März 2018 in der Diakonie-Sozialstation an der Parkstraße 52 in Hude statt. Vorgesehen sind insgesamt vier Kurseinheiten, jeweils mittwochs von 16 bis 18 Uhr.

Die Teilnahme ist für alle Interessierten offen und kostenfrei. Eine Mitgliedschaft in der AOK ist nicht erforderlich.

Anmeldungen werden unter Telefon   04408/60707 entgegengenommen.

Geleitet wird der Kursus von Imke Högermann und Grit Morbitzer.

Elisabeth Loch, Pflegedienstleiterin der Diakonie-Sozialstation in Hude, hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg festgestellt. Mittlerweile leben um die 20 Prozent der Patienten, die von der Diakonie-Sozialstation ambulant betreut werden, mit der Demenz, so Loch. Und viele dieser Menschen wollen zu Hause, in ihrer gewohnten Umgebung, bleiben. Es beginne oft mit einer gewissen Tüdeligkeit. Es werde vergessen, Medikamente einzunehmen. Das Essen, das Trinken, das Anziehen, das Waschen würden ebenfalls ignoriert.

Fester Tagesablauf

Hilfreich sei ein fester Tagesrhythmus, der zum Beispiel jeden Tag damit beginne, dass die Schwester der Sozialstation um 7 Uhr vorbeischaue, um die Medikamente zu geben. Das sei ein Anstoß für den weiteren, möglichst geregelten Tagesablauf.

Bis zu einem gewissen Grad könnten Patienten damit noch zurechtkommen.

Aber irgendwann komme der Punkt, an dem festzustellen sei, dass die ambulante Versorgung nicht mehr ausreiche. „Es ist schrecklich, zu entscheiden, wann es nicht mehr geht“, so Loch. Dann bleibe für alleinstehende, bislang ambulant betreute Patienten meist nur noch der Weg ins Pflegeheim.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite haben viele Demenzkranke Angehörige, die sich liebevoll um sie kümmern. Doch auch diese Helfenden benötigen Hilfe, sagt Krankenschwester Imke Högermann, Pflegefachkraft bei der AOK.

Viel Kraft wird benötigt

Wenn sich ein vertrauter Mensch sehr verändere, vieles vergesse oder durcheinanderbringe, bedeute das eine große Belastung für alle Beteiligten.

Die pflegenden Angehörigen brauchen auf Dauer unheimlich viel Kraft. Und vor allen Dingen müssen sie lernen, zu verstehen, was es bedeutet, wenn nach und nach die Erinnerungen schwinden. Sie müssen wissen, welche Verwirrungen und Ängste bei den Betroffenen ausgelöst werden. Und sie müssen auch wissen, wo sie Rat und Hilfe bekommen.

Sehr gut angenommen werden die speziellen Kurse. die die Diakonie-Sozialstation und die AOK für Menschen anbieten, die Angehörige pflegen. Es wird darüber gesprochen, wie die Erlebniswelten von Demenzkranken aussehen. Es gibt Hinweise, wie der tägliche Umgang und die Pflege am besten gelingen. Und vor allen Dingen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer früherer Kurse es besonders begrüßt, dass sie Menschen treffen, die in einer ähnlichen Situation sind. „Dieser Austausch ist sehr wichtig für die Betroffenen“, weiß Elisabeth Loch. Viele Kursteilnehmer kämen auch noch zu einem zweiten Kursus, erzählt sie.

Wichtiger Austausch

Eine Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige, in der sich Betroffene regelmäßig austauschen können, hat es früher einmal in Hude gegeben. Vielleicht gelinge es ja, so etwas in Hude wieder zu initiieren, so Loch. Ein Raum stünde dafür in der Diakonie-Sozialstation zur Verfügung.

NWZonline.de/gesundheit
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Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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