Hude Das letzte Jahr im Kindergarten ist für die Jungen und Mädchen immer ein ganz besonderes. Mit ihren Erzieherinnen bereiten sie sich auf die Grundschule vor. Auf einen neuen Lebensabschnitt. Doch in diesem Jahr ist alles anders, in der katholischen Kita St. Marien, wie auch in allen anderen Einrichtungen in der Gemeinde Hude, hat die Corona-Pandemie für einen noch nie dagewesenen Ausnahmezustand gesorgt. Seit dem 15. März läuft – bis auf die Notbetreuung – nichts mehr. 13 Kinder sind derzeit in der Notbetreuung der Kita St.Marien, ab nächste Woche sollen es 16 sein. Der Rest der Kinder und darunter auch die meisten Vorschulkinder, aber ist nach wie vor zu Hause.

Um den Kontakt zu den Kindern und ihren Eltern aus allen Gruppen aufrecht zu erhalten, gibt es seit der Schließung die ganze Woche über einen Austausch über eine gesicherte Whats­App-Gruppe, berichtet Kita-Leiterin Petra Ahrens. Es werden Anregungen gegeben für den Alltag zu Hause. Erzieherinnen lesen in Videos Geschichten vor, damit die Kinder sie mal wieder sehen. Eltern bringen Ideen ein, wie zum Beispiel eine Kinder-Rallye, in deren Verlauf die gesammelten Antworten in den eigenen Kinder-Briefkasten an der Kita gesteckt werden können. Es gibt regelmäßigen telefonischen Kontakt.

Für Petra Ahrens ist wichtig, dass die Kinder den Bezug zu ihren Erzieherinnen nicht verlieren. So wurde schon vor einiger Zeit die Idee umgesetzt, Leihtaschen mit Spielmaterialien und Kinderbüchern aus dem Bestand der Kita zu packen und diese persönlich bei den Familien vorbeizubringen und dabei vielleicht auch mal ein kurzes Gespräch – mit Abstand – über den Gartenzaun zu führen.

In diesen Tagen gehen auch die ersten „Regenbogentaschen“ auf den Weg, und zwar zu den Vorschulkindern. Darin enthalten sind spezielle Bücher, Spiele und weitere Materialien für diese Altersgruppe, die extra angeschafft wurden. Möglich machte dieses eine unbürokratische Zuwendung in Höhe von 3000 Euro aus dem Coronahilfsfonds des Bischöflichen Münsterschen Offizialats. Anträge von kirchlichen und nicht-kirchlichen Gruppen aus dem Oldenburger Land sind dort ab dem 15. April möglich für Projekte, die im Zuge der Corona-Pandemie Hilfe vor Ort anbieten.

Jörg Kreusel, Diakon (mit Zivilberuf) der katholischen Gemeinde, hatte angeregt, für die Vorschulkinder-Aktion einen Antrag zu stellen. Dieser wurde schnell und unbürokratisch entschieden, freut sich Petra Ahrens. Die Materialien konnten im örtlichen Handel eingekauft werden, ein Vater spendete die Regenbogentaschen. Und so stehen jetzt dreimal zehn Taschen mit jeweils unterschiedlichen Materialien zur Verfügung, die von den Erzieherinnen persönlich abgeliefert werden. Die Eltern bringen die Leih-Taschen nach drei Wochen zurück, und es gibt eine Tasche mit neuen Materialien, um die Zeit mit den Kindern zu Hause sinnvoll zu überbrücken. Die Taschen bleiben im Eigentum der Kita und sollen auch in der Zeit nach Corona weiter zum Einsatz kommen.

Weitere 350 Euro aus dem Coronahilfsfonds des Offizialats will die Kita für den Bau einer Handwaschstation auf dem Außengelände verwenden.

Mit Hilfe eines simplen Systems soll so auch draußen die Möglichkeit geschaffen werden, sich regelmäßig mit warmem Wasser die Hände zu waschen. Eine wichtige Hygienemaßnahme. Eltern übernehmen laut Ahrens den Aufbau.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Familiennewsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Mit Bauarbeiten im großen Stil sind derweil die Handwerker in der Kita aktiv. Der Erweiterungsbau geht seiner Vollendung entgegen. Für den Umbau und Anschlüsse an die vorhandenen Räume wurden Löcher in Wände geschlagen. Es gibt viel Staub und Lärm.

Es sei gut, dass die Arbeiten gerade jetzt auf Hochtouren weiterliefen, so Petra Ahrens. Sie hofft, dass die Kita irgendwann wieder ein Kindergarten wird, in dem alle Kinder betreut werden – ohne die ständige Furcht, möglicherweise einen gefährlichen Virus zu übertragen.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.