Hude „Fortfahren zu anderen Rahmenbedingungen“ nennt Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew die derzeitige Zielsetzung von Seiten der Klostergemeinde bei den Verhandlungen mit der Gemeinde Ganderkesee über die weitere Kooperation in der regioVHS Ganderkesee-Hude.

Die Gemeinde Hude hat den Kooperationsvertrag vom 1. Juli 2004 zum Jahresende 2020 jedenfalls gekündigt (die NWZberichtete). Die „Scheidung“ wurde somit angedroht, aber Absicht von Huder Seite ist eher, dass neue Konditionen ausgehandelt werden. Lebedinzew ist gespannt darauf, welche Vorschläge aus Ganderkesee kommen.

Die regio-VHS Ganderkesee-Hude ist derzeit ein Eigenbetrieb der Gemeinde Ganderkesee, die somit laut Huder Gemeindeverwaltung letztlich allein für die inhaltliche Ausgestaltung und die Haushaltsführung zuständig ist. Im Frühjahr würden Gespräche über die weitere Zusammenarbeit aufgenommen, so Lebedinzew.

Die Gemeinde Hude will nicht in eine Kostenfalle laufen, das hatte Lebedinzew schon bei den Beratungen im Fachausschuss im November 2019 betont.

Bislang zahlen die Huder laut der Rahmenvereinbarung mit Ganderkesee ein Drittel der ungedeckten Kosten. Das sind rund 80 000 Euro im Jahr. Als jetzt bekannt wurde, dass nach aktuellen Berechnungen Hudes Defizitbeteiligung allein für das Jahr 2020 um 60 000 Euro steigen könnte, schlug die Verwaltung vor, die Zusammenarbeit mit Ganderkesee noch einmal neu zu verhandeln.

Was bei den Gesprächen herauskomme, sei noch nicht abzusehen, sagte Bürgermeister Lebedinzew auf Nachfrage der NWZ. Auf jeden Fall wolle man nicht mehr die aktuelle Situation, wonach Hude zahle, aber relativ wenig Einfluss auf die Kostenstruktur habe. „Die Musik spielt zurzeit in Ganderkesee“, so Lebedinzew.

Hudes Bürgermeister könnte sich zum Beispiel auch eine Lösung vorstellen, wie sie zurzeit in der Zusammenarbeit der regioVHS mit der Samtgemeinde Harpstedt laufe: Die Gemeinde bestelle ein gewisses Kursangebot und zahle für die Entwicklung und Abwicklung durch die regioVHS einen festgelegten, verlässlichen Betrag X im Jahr. „Wir sind aber auch für alle anderen Ideen offen“, so Lebedinzew.

Insgesamt sei festzustellen, dass das früher klassische Angebot an Volkshochschulkursen mittlerweile auch von anderen Akteuren in der Gemeinde Hude angeboten werde, von den Sportvereinen und Physiotherapiepraxen zum Beispiel im Gesundheitsbereich. Und auch der Kulturhof als Begegnungsstätte mache mittlerweile viele Angebote für alle Generationen, die früher bei der VHS angesiedelt gewesen seien.

Laut Lebedinzew sollte man jetzt unter Berücksichtigung aller vorhandenen Angebote genau schauen, wo es in der Gemeinde in Sachen Erwachsenenbildung Lücken gebe, die im Zuge einer neuen Vereinbarung mit der regioVHS geschlossen werden könnten.

Der steigende Zuschussbedarf der regioVHS für das Haushaltsjahr 2020 wurden von Ganderkeseer Seite damit begründet, dass Einnahmen aus Bildungsprojekten wegfielen und es ein Minus im Kulturbereich gebe.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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