Hude „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern bereits zwölf“, stellte CDU-Fraktionschef Friedrich Schnabel zu fehlenden Plätzen in den Kindergärten fest. „Die Eltern wollen verlässliche Aussagen, es ist höchste Eisenbahn“, meinte Michael Grashorn (Grüne). Aktuell sind laut Fachbereichsleiterin Nicole Westermeyer 18 Kinder im Alter ab drei Jahren ab August ohne einen Platz. Und sie haben Rechtsanspruch. Die Zahlen verschieben sich täglich. Es zeichnet sich jedoch deutlich ab, dass eine weitere Kindergarten-Regelgruppe für bis zu 25 Kinder kommen muss.

Dass die aktuellen Zahlen eher noch nach oben gehen, ist laut Petra Ahrens, Kita-Leiterin in St. Marien, zu erwarten. Sie warnte im Ausschuss davor, den vermehrten Bedarf durch das Angebot einer zusätzlichen, günstigen Nachmittagsgruppe abdecken zu wollen. Das erfülle zwar den gesetzlichen Anspruch. „Ich glaube, dass das kein Mensch will“, sagte Ahrens aber. Bernd Stolle (SPD) sprach bei der Nachmittagsgruppe von „realitätsfremd“. „In jungen Familien müssen beide arbeiten. Wir können sie nicht im Regen stehenlassen“, sagte Michael Grashorn (Grüne).

Der Trend gehe eindeutig zum Ganztagsplatz, so Kita-Leiterin Ahrens. Sie berichtete, dass mittlerweile die Gruppen in allen Kindergärten vollgestopft bis unters Dach wären. Es sei dringend erforderlich, ein paar Reserveplätze zu haben. Das sah auch das beratende Ausschussmitglied Jörg Kreusel so. Er sprach sich deutlich dagegen aus, eine Warteliste einzuführen, wenn nur bis unter fünf Kinder keinen Platz bekämen, was die Verwaltung vorschlug.

Laut Petra Ahrens kann es als kurzfristige Lösung nur eine Erweiterung mit Mobilbauten geben. Auch Tagesmütter seien keine Alternative, weil diese in der Regel Kinder unter drei Jahren betreuten. Laut Nicole Wester­meyer, sind so gut wie alle aktuellen Tagespflegeplätze belegt.

Auch die Verwaltung favorisiert bei entsprechendem Bedarf eine zusätzliche Containergruppe. Sie könnte für die Zukunft, bis zur Fertigstellung der neuen Kita an der Amselstraße, ein wenig Handlungsspielraum schaffen. Mit weiteren Zuzügen junger Familien sei zu rechnen. Zahlreiche Mehrfamilienhäuser seien von privaten Investoren errichtet worden. Zum neuen Baugebiet an der Wihelmstraße kämen so schnell noch mal um die 100 Wohneinheiten auf Privatgrundstücken, schätzte Bürgermeister Holger Lebedinzew. „Ein demografisch perfekter Verlauf.“ „Wir haben bisher niemanden hängen lassen“, so der Bürgermeister. Deshalb sei jetzt erneut die Frage: Wo bringen wir die Kinder unter?

Die Mobilbau-Erweiterung ist teuer. Von mindestens 117 000 Euro im ersten Jahr geht die Verwaltung aus, wenn die Räume für eine Kindergartengruppe an die mobile Krippe Kleine Villa Kunterbunt im Gewerbegebiet angedockt werden. Neben dem Gruppenraum werde aufgrund der Auflagen ein Bewegungsraum notwendig. Zudem seien Garderobenraum, kleine Küche, Raum für die Leitung und sanitäre Anlagen vorzusehen. Der Spielplatz müsste erweitert werden.

Zu den Sachkosten kommen die Personalkosten. Mit der zusätzlichen Gruppe muss zwingend eine neue Leitung für die Kleine Villa Kunterbunt eingestellt werden. Bislang übernimmt das kommissarisch die Leiterin der (großen) Villa Kunterbunt.

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Der Fachausschuss hat die Weichen gestellt für die Schaffung einer weiteren Betreuungsmöglichkeit, wobei derzeit alles auf eine Regelgruppe mit bis zu 25 Plätzen hinausläuft. Eine endgültige Entscheidung über die Ausgestaltung muss noch erfolgen. Kurzfristig. Nachdem weitere Fragen geklärt sind. Diesem Vorschlag der CDU folgte der Ausschuss. Die CDU wollte zunächst Vertagung, zog diesen Antrag aber zurück. Die Zeit wird ansonsten knapp. Darauf wies der Bürgermeister hin. In dieser Woche gibt es noch ein Gespräch mit dem Landesjugendamt über verschiedene Modelle. In der nächsten Woche im Verwaltungsausschuss will man schon Näheres wissen.

Bereits grünes Licht wurde gegeben für die Personalgewinnung für das neu zu schaffende Betreuungsangebot. Damit sei man schon spät dran, so Fachbereichsleiterin Nicole Westermeyer.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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