Hatten /Westerburg /Oldenburg Auf dem Hof Schmidt in Westerburg gibt es neue Bewohner: Rund 45 000 Honigbienen haben dort ein neues Zuhause gefunden. Auf einer Obstwiese im Schatten von Bäumen wurden die Tiere am Montag von Sascha Akkermann, Werkpädagoge in der Jugendwerkstatt „Lupo“ in Kirchhatten, seinen Kollegen Ina Schürmann und Holger Werner-Kruse sowie jungen Leuten aus der Werkstatt angesiedelt. Es war der Abschluss einer Rettungsaktion:

Rettungsaktion an Oldenburger Schule

Mitte Juli hatten die Hatter die Tiere aus der Schule an der Kleiststraße in Oldenburg geborgen. Die Bienen hatten sich im dortigen Dachgewölbe eingenistet. Da die Tiere nicht ungefährlich für die Schüler der Förderschule gewesen seien und sich teilweise ins Gebäude verirrt hätten, habe man entschieden, den Bienenstock umzusiedeln, berichtet Akkermann.

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Ein erster Versuch, Waben und Tiere von innen aus dem Gebäude zu entfernen, war zunächst gescheitert. Mithilfe einer Hebebühne gelang die Bergung schließlich von außen. Nachdem die Bienen danach etwas mehr als drei Wochen bei Sascha Akkermann im Garten untergebracht waren, haben sie nun auf dem Hof Schmidt ein neues Zuhause gefunden.

An neue Umgebung gewöhnen

„Die Bienen müssen sich jetzt erstmal in der neuen Umgebung orientieren“, erklärt der Werkpädagoge, der sich das Wissen über die Tiere selbst angeeignet hat. Durch den Transport hätten die Honigbienen gemerkt, dass sie in einer anderen Umgebung seien.

Infos zu „Lupo“

Die Jugendwerkstatt „Lupo“ ist eine Einrichtung der VHS-Außenstelle Hatten und Wardenburg. Jungen Menschen bis 26 Jahren aus dem Landkreis Oldenburg und der Stadt Delmenhorst werden dort qualifizierte Starthilfen für eine Integration in Arbeitsprozesse ermöglicht. „Lupo“ steht für Lernen, Unterstützung, Praxis und Orientierung.

Kenntnisse zu den Berufen Friseur, Tischler, Schlosser und im Bereich Hauswirtschaft werden in der Jugendwerkstatt in Theorie und Praxisunterricht vermittelt. Zudem gibt es mehrere Projekte. Zu diesen gehört auch die Arbeit mit den Honigbienen.

Die jungen Leute aus der Hatter Jugendwerkstatt werden sich gemeinsam mit Sascha Akkermann und seinen Kollegen auch weiterhin um die Honigbienen kümmern und sie unter anderem mit Zuckerwasser füttern. Wie oft, werde sich noch zeigen, sagt Sascha Akkermann. Wenn sie genug Nahrung in der Umgebung fänden, werde das nachlassen. Aber einige Kilogramm Zucker werden die Bienen schon benötigten, so der Pädagoge.

Honig ernten und in Hofladen verkaufen

Später soll der Honig der Bienen im Laden auf dem Hof Schmidt verkauft werden. „Ich bin sicher, dass wir Frühjahrshonig ernten können“, sagt Akkermann.

Auch Michael Fröhlich freut sich über die neuen Bewohner auf seinem Hof, den er gemeinsam mit seinem Ehemann Stefan Schmidt betreibt: „Wir wären nicht in der Lage, die Bienen selbst zu betreuen“, sagt Fröhlich. Da sie nur Produkte in ihrem Hofladen verkaufen dürften, die auch auf dem Hof hergestellt werden, passe es gut, dass sich die Hatter Gruppe um die Bienen kümmern würde und so das Sortiment um Honig erweitert werden könne.

Sechs Bienenvölker werden betreut

Darüber hinaus haben die fleißigen Honigbienen auch noch einen weiteren Nutzen: Sie bestäuben die vielen Obstbäume auf dem Hof. Dadurch werde sich die Quantität der Früchte steigern, erklärt Akkermann.

Insgesamt kümmert sich die Jugendwerkstatt „Lupo“ um sechs Bienenvölker, die unter anderem in einem Waldstück in Neu-Hatten und auf dem Gelände der Jugendwerkstatt in Kirchhatten angesiedelt sind. Weitere sollen noch folgen.


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Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
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