HUDE Draußen regnete es Bindfäden – „heute ist eigentlich das typische Wetter für Mama-Taxis“, sagte Polizeihauptkommissar Wolfgang Gottschlich am Donnerstag bei der Auftaktveranstaltung für den „Schulexpress“ an der Grundschule Hude-Süd. Und der Leiter der Huder Polizei-Dienststelle machte sogleich die Probe aufs Exempel: „Wer ist denn heute von seinen Eltern mit dem Auto gebracht worden?“, fragte er in die Runde der 220 im Forum versammelten Grundschüler. Etwa 15 Mädchen und Jungen reckten ihre Zeigefinger in die Höhe.

„Das ist doch schon mal ein sehr guter Anfang“, freute sich „Schulexpress“-Initiatorin Verena Nölle, die das Projekt vor fast fünf Jahren in Bremen-Borgfeld ins Leben gerufen hatte. Seither hat sie rund 50 Grundschulen Starthilfe gegeben. Die Probleme, die die Grundschule Hude-Süd mit dem Autoverkehr zu den Bring- und Abholzeiten hat, brachten die Mädchen und Jungen der 4c mit Rap-Gesang auf den Punkt: „Parkende Autos sind ganz gefährlich, parkende Autos – da gibt’s kein Platz für mich!“

„Der Schulexpress“ ist kein besonders schnelles Auto“, betonte Rektorin Mechthild Walk. Vielmehr geht es darum, dass sich die Kinder im Umkreis von etwa einem Kilometer zur Schule an insgesamt 13 mit blauen Schildern gekennzeichneten Haltestellen treffen, um von dort aus gemeinsam in kleineren Gruppen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu gelangen. „Die so genannten Kleinen können jetzt den Großen zeigen, dass sie den Schulweg alleine gehen können“, sagte Walk. „Ihr seid doch alle ganz pfiffig, dann schafft Ihr das auch“, machte Bürgermeister Axel Jahnz den Kindern Mut. Jahnz, der gemeinsam mit Ordnungsamtsmitarbeiter Fokko Heyn zur Auftaktveranstaltung gekommen war, ist optimistisch, dass das Projekt „ein großartiger Erfolg“ werden wird.

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Wie gut der „Schulexpress“ funktioniert, hat Lutz Trey bestens im Blick. Er war in Doppelfunktion – als Vertreter eines Sponsors, der Krankenkasse HKK, und als Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule – mit von der Partie. Und obendrein wohnt Trey gegenüber der Schule. Schilder und Flyer mitfinanziert hat auch die Basler Versicherung, deren Vertreter Uwe Boer sich überzeugt zeigte, dass der „Schulweg so viel mehr Spaß macht.“

Zudem soll der Schulweg sicherer werden – in dieser Hinsicht hält Wolfgang Gottschlich den „Schulexpress“ für einen „Meilenstein“. Seine Kollegen aus der Huder Polizeistation, Melanie Acquistapace und Reinhard Garmatz, unterstützten den „Schulexpress“-Start am Donnerstag mit einer Aktion zum „Toten Winkel“ für alle Viertklässler auf dem Schützenplatz. Auf dem Fahrersitz eines großen Löschfahrzeuges der Huder Feuerwehr staunten die Kinder nicht schlecht, als sie ihre Mitschüler, die vor und neben dem Fahrzeug standen, aus dem Spiegelbild verschwinden sahen. In den übrigen Klassen beschäftigten sich die Schüler anhand von Filmen, Rollenspielen und Arbeitsblättern mit dem Thema Verkehr. Ein Rollerparcours fiel indes ins Wasser: Draußen regnete es Bindfäden.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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